Nicht alle Wege führen nach Rom: Eine aktuelle und historische Suche
WELS. Amal ist in Homs in Syrien geboren. 2001 kam die studierte Bautechnikerin nach Wels. Für die Wanderausstellung „Alle Wege führen nach?…“ hat sie sich als Testimonial zur Verfügung gestellt. Vor 2000 Jahren gehörten Homs und Wels (Ovilava) zum Römischen Reich.

Homs ist die drittgrößte Stadt Syriens nach Damaskus und Aleppo. In der Antike hieß die Stadt Emesa und befand sich in der römischen Provinz Syria. Durch die Lage an der Karawanenstraße erlebte die Stadt in der frühen römischen Kaiserzeit einen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung, genauso wie das 155 Kilometer östlich gelegene Palmyra.
Vielvölkerstadt Ovilava
Der Verein Römerweg Ovilava hat unter dem Titel „Vielvölkerstadt Ovilava“ verschiedene Volksgruppen in der Stadt Wels in den vergangenen Monaten eingeladen, sich mit dem gemeinsamen kulturellen Erbe zu beschäftigen. Beim Römerfest Mitte Mai wird es nicht nur kulinarisch einiges geben, sondern auch die Präsentation der Wanderausstellung „Alle Wege führen nach?…“. Im römischen Reich hat man die Legionäre auf Reisen geschickt. Nicht nur bei Feldzügen, sondern auch, damit sie nicht in ihrer Heimatregion ihren Dienst versahen. So kam es auch hier zu viel Bewegung. Es ist zwar nicht genau erforscht, wie viele Nationen damals in Ovilava wohnten und arbeiteten. Aber Münzfunde und andere Hinweise deuten auf sehr viele hin. Angelika Doppelbauer hat diesen Gedanken als Grundlage für die Wanderausstellung genommen: „Ich porträtiere acht Personen, die heute in Wels oder Enns wohnen, die aber ursprünglich aus anderen Ländern stammen. Diese Länder gehörten aber alle in der Antike zum Römischen Reich. Es sind fünf Männer und drei Frauen.“
Aufsteller
Jede Person wird durch einen dreiseitigen Aufsteller vorgestellt. Auf einer Seite ist ein lebensgroßes Foto der Person, wie sie heute im 21. Jahrhundert aussieht. „Auf der zweiten Seite ist die Person im römischen Kostüm dargestellt. Auf der dritten Seite wird die Person vorgestellt: wie sie heißt, woher sie kommt, seit wann sie in Wels oder Enns lebt, welchen Beruf sie hat, was ihr an den Römern gefällt“, erklärt die Initiatorin. Außerdem sind auf dieser Seite zwei Landkarten. Eine aktuelle Landkarte zeigt den Ort, aus dem die Person kommt (zum Beispiel ein Ort in Algerien, Bosnien-Herzegowina, Syrien, der Türkei, Großbritannien, Rumänien oder Österreich). Eine historische Karte zeigt, in welcher römischen Provinz dieser Ort in der Antike gelegen ist. Außerdem ist jeder Person ein Ausstellungsstück aus dem Römermuseum zugeordnet.
Information
Die Wanderausstellung kann von Schulen kostenlos ausgeborgt werden. Mit der Ausstellung mitgeliefert wird Unterrichtsmaterial zur Vermittlung der Inhalte im Stationenbetrieb. Besonders geeignet für Volksschulen, Neue Mittelschulen und AHS-Unterstufe.
Kontakt: Angelika Doppelbauer, office@kulturbegeistert.at
Eröffnung am Donnerstag, 17. Mai, um 19 Uhr im Stadtmuseum in den Minoriten; Dauer bis 4. November
Römerfest am Freitag, 18. Mai, und Samstag, 19. Mai, Minoriten: Am Programm stehen echte Legionäre, Katapultschießen, Lagerfeuer, ein Römermarkt zum Schlemmen und Einkaufen und römisches Kochen mit Welser Kulturvereinen und Volksgruppen.


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