Ärger: Keine Förderung für Engagement
MARCHTRENK. Für Schüler der Volksschule und Mittelschüler bis zur dritten Klasse organisierte die Stadt auf Wunsch des Unterrichtsministeriums eine Sommerschule. 118 Kinder nahmen daran teil. Junge Studenten halfen auch, doch die Kosten dafür muss Marchtrenk tragen.

Die Rückmeldungen über die Sommerschule waren hervorragend und viele Eltern waren ausgesprochen dankbar für diese Unterstützung. Vier Lehrkräfte der MS1, eine Lehrkraft der MS2 und eine Lehrerin der VS2 stellten gratis zwei Wochen ihrer Sommerferien für die gute Sache zur Verfügung. Unterstützt wurden die Lehrkräfte durch vier Studentinnen der Pädagogischen Hochschule. „. Das Engagement der jungen Studentinnen blieb allerdings nahezu unbelohnt. Für Ihren Aufwand von 40 Unterrichtseinheiten wurden lediglich 5 ects (European Credit Transfer and Accumulation System) zur Anrechnung gebracht. Es gab keinerlei finanzielle Belohnung oder zumindest einen Fahrtkostenzuschuss für das außergewöhnliche Engagement. In Salzburg wurde den dort unterrichtenden Studenten eine Abgeltung von 640 Euro vom Land Salzburg gewährt. In Marchtrenk springt wieder einmal die Stadtgemeinde ein“, erklärt SP-Bürgermeister Paul Mahr.
Ähnlich ist die Situation beim freiwilligen sozialen Jahr. Junge Menschen werden aufgefordert, sich zu engagieren, doch seitens Bund und Land wird auf eine ansprechende Entschädigung vergessen, kritisiert Mahr. In diesem Schuljahr wird eine junge Maturantin in der Volksschule 1 zur Beaufsichtigung der Kinder, zur Unterstützung bei administrativen Aufgaben und als Hilfe beim Lernen eingesetzt. Organisiert wird dies vom „Verein für die Förderung freiwilliger sozialer Dienste“, der offiziell vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz als Träger anerkannt ist. Die Kosten in Höhe von monatlich 695 übernimmt wieder die Stadt. Dieses Verhalten ist symptomatisch für Bund und Land. Wohlwollend werden die Leistungen der Freiwilligen gelobt: „Wenn es aber darum geht zumindest entstandene Kosten abzudecken, wird diskret geschwiegen und das Problem auf die unterste Ebene, die Kommune, abgewälzt“, ärgert sich der Bürgermeister.


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