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WELS. Während des Gastspiels des Circus Althoffs in der Messestadt trat der neuerliche Lockdown in Kraft, Vorstellungen waren nicht mehr möglich. Bis auf Weiteres kann die deutsche Zirkusfamilie hier bleiben, aber wie sie über die Runden kommen soll, weiß sie nicht.

  1 / 3   Christoph Drexler, Daniel, Sascha, Diana, Charlene und Karina Degen (v.l.) wissen nicht, wie es mit ihrem Zirkus weitergehen soll. Foto: GPaltinger

„Für uns ist der zweite Lockdown eine Katastrophe, ohne die Vorstellungen können wir unseren Lebensunterhalt nicht bestreiten. Unsere Rücklagen haben wir schon beim ersten Lockdown aufgebraucht“, erzählt Karina Degen traurig. Die zweifache Mutter hat eine zwölfjährige Tochter und einen knapp drei Wochen alten Sohn und ist Seiltänzerin und Feuerartistin im Zirkus ihrer Familie, dem traditionsreichen Circus Althoff.

Die nächsten Vorstellungen abgesagt

Normalerweise ist der Circus Althoff viele Monate im Jahr in Deutschland und Österreich unterwegs. Beim Gastspiel auf der Welser Trabrennbahn konnten drei Vorstellungen gegeben werden, die weiteren sechs Vorstellungen schon nicht mehr. Auch die daran anschließenden Gastspiele wurden abgesagt. Jetzt ist die zwölfköpfige Familie Degen in Wels gestrandet.

Ungewisse Zukunft

Derweil kann die Familie mit ihren sechs Wohnwägen, ihrem Zelt und ihren Tieren am Messegelände bleiben. Die Stadt stellt den Degens die Viehhalle für die 25 Tiere zur Verfügung. Trotzdem plagen Karina Degen Existenzängste: „Wir wissen nicht genau, wie lange das wirklich dauern wird und wir haben überhaupt keine Einnahmen. Das zehrt schon sehr an den Nerven.“

Große Zirkusfamilie

Vom Zirkusbetrieb und den dazugehörigen Attraktionen leben sonst drei Generationen – die 60-jährigen Großeltern und deren Sohn und Tochter, jeweils mit ihren Partnern und Kindern. Das jüngste Familienmitglied ist der drei Wochen alte Sohn von Karina und ihrem Mann Daniel. Zur Familie gehört auch Mitarbeiter Christoph Drexler. Gastartisten sind aber inzwischen in ihre Heimatländer zurückgekehrt.

Lebensmittel und Tierfutter

Von persönlichen Annehmlichkeiten spricht Karina Degen gar nicht, wenn sie von ihren Sorgen erzählt. Es fehlt schon an den grundlegenden Dingen wie Lebensmitteln, Babynahrung, Windeln und Gas zum Kochen und Heizen.

Auch um die Tiere macht sich die Artistin Sorgen: „Wir brauchen pro Woche zwei bis drei Rundballen Heu, außerdem Kraftfutter, Äpfel, Karotten oder altes Brot, um die Tiere zu füttern.“ Zum Zirkus gehören neben Pferden und Ponys auch Lamas, Ziegen und Alpakas. „Bei den Unterstützungen hat der Staat nicht an die Zirkusbetriebe gedacht. Wir haben bisher nichts vom Staat bekommen.“

Wer die Familie Degen unterstützen möchte, kann sich unter 0660/760 33 61 bei Karina Degen melden.


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