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Rotes Kreuz Wels: „Zusammenhalt und Engagement innerhalb der Mannschaft sind großartig“

Gerald Nowak, 03.02.2021 12:02

WELS. Die Herausforderungen für die Einsatzkräfte in Zeiten wie diesen sind groß. Tips bat den Bezirksgeschäftsleiter des Roten Kreuzes, Andreas Heinz, zum Gespräch.

Andreas Heinz Foto: RK
Andreas Heinz Foto: RK

Tips: Wie würden Sie die vergangenen zwölf Monate beschreiben, ohne dass darin das C-Wort vorkommt?

Heinz: Das ist schwierig (denkt kurz nach). Dynamisch, fordernd, belastend, erfreulich und Leistung.

Tips: Was war dynamisch und jetzt mit dem C-Wort?

Heinz: Es hat ja keiner so richtig gewusst, was mit Corona auf uns alle zukommt. Es hat sich alles schnell entwickelt und auf diese Dynamik mussten wir reagieren. Und da bin ich auch gleich beim Erfreulichen. Zusammenhalt und Engagement innerhalb der Mannschaft sind groß und ausgezeichnet. Es gab eigentlich nur Lösungen und keine Probleme. Wir haben mit viel Wissen und Kreativität reagiert und tun es immer noch. Es hat sich ja nichts an der Aufgabenstellung geändert. Für die Menschen da sein und ihnen in teilweise sehr schwierigen und lebensbedrohlichen Situationen helfen.

Tips: Was war so fordernd?

Heinz: Eben das schnelle Reagieren. Einige ehrenamtliche Helfer konnten im Rettungsdienst nicht mehr eingesetzt werden, da sie vom Arbeitgeber keine Freigabe mehr bekamen oder aus persönlichen Gründen wollten sie nicht. Diese Entscheidungen respektieren wir. So haben wir beispielsweise Helfer aus anderen Bereichen, die entsprechende Ausbildungen haben, wieder im Rettungsdienst eingesetzt. Ablaufpläne mussten geändert werden. Wir haben sowieso schon hohe Hygienestandards. Die haben wir weiter erhöht. Zum Schutz der Patienten, aber auch der Helfer. Innerhalb des Kommandostabes ist vieles rasch besprochen und umgesetzt worden.

Tips: Und die Belastung?

Heinz: Die Arbeit mit den Patienten, die einfach schwieriger geworden ist. Es ist in einem Rettungsauto nicht unendlich Platz. Wenn man jemanden mit dem Tragesessel bewegt, ist der Mindestabstand ein Problem. Deswegen die Nachschärfungen bei den Hygienestandards unserer Helfer. Die Angehörigen haben vielleicht alles noch genauer beobachtet. Die Sorgen um die eigene Gesundheit und die der Familie haben auch noch belastet. Wir haben das alles bis jetzt gut gemeistert und werden es auch weiter tun. Genauso wie die Menschen gelernt haben, mit Corona umzugehen, haben das auch wir gemacht.

Tips: Bleibt aber auch noch Raum für Erfreuliches und das hat dann wohl auch mit Leistung zu tun?

Heinz: Ich glaube, der Rückhalt in der Bevölkerung für Einsatzorganisationen generell ist wieder größer geworden. Wir bekommen wieder mehr Wertschätzung. Natürlich gibt es auch böse E-Mails oder Beschimpfungen gerade bei den behördlich verhängten Covid-Tests. Wir sind hier nur ausführendes Organ. Die Anweisung kommt von anderen Behörden. Wir machen nur unseren Job und das wird auch jetzt wieder mehr respektiert.

Tips: Wie läuft die Zusammenarbeit mit den anderen Organisationen und Behörden?

Heinz: Außerordentlich gut. Ich kann mich bei ALLEN nur für das Engagement und die vielen Ideen bedanken. Natürlich hilft es, dass wir uns alle so lange kennen. Aber vieles ist nicht selbstverständlich, was wir hier in der Region Wels-Stadt und Wels-Land gemeinsam umsetzen. In anderen Teilen des Landes wird dieser Zusammenhalt sicher nicht so gelebt wie hier. Egal ob es bei den Massentestungen ist oder bei anderen Covid-bedingten Maßnahmen, wir arbeiten gut zusammen und es funktioniert reibungslos.


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