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WELS. Was die nackten Zahlen anbelangt, ist AMS Regionalleiter Othmar Kraml sehr optimistisch: „Auch unter Berücksichtigung der Schulungsteilnehmer liegen wir in Wels mittlerweile deutlich unter den Werten des Vorjahres und denen vom September 2019“.

Die AMS Regionalstelle in der Welser Rainerstraße. (Foto: Tips)
Die AMS Regionalstelle in der Welser Rainerstraße. (Foto: Tips)

Zum Monatswechsel sind 3.692 Personen beim AMS Wels arbeitslos gemeldet. Es sind sogar mehr offene Stellen gemeldet, als Arbeitslose. Die Argumentation, dass dann ja sowieso die Plätze mit Welser Arbeitslosen besetzt werden können ist zu kurz: „In den Zentralraum pendeln viele Menschen aus den umliegenden Bezirken ein. Grieskirchen oder Eferding hat deswegen so niedrige Zahlen, weil es eben in der Region rund um Wels so viele Arbeitsmöglichkeiten gibt“, meint Kraml.

„Eine Illusion“ 

 Den Ruf nach Fachkräften kann er bedingt nachvollziehen: „Zu glauben, wegen Covid fehlen die Fachkräfte ist eine Illusion. Die haben auch vorher schon gefehlt. Das Problem ist, dass jetzt einfach alle gleichzeitig suchen“, meint Kraml. Das gelte de facto für fast alle Branchen und so können es sich die Menschen aussuchen, wo sie dann hingehen: „Ich denke auch die Betriebe selbst können mit ihrer mittelfristigen Personalplanung viel machen. Es muss nicht immer alles auf die öffentliche Hand abgewälzt werden, wenn es um das Thema Aus- und Weiterbildung geht“. Wo die öffentliche Hand aber sowohl eingreifen kann, ist im Bereich Pflege: „Polizeischüler werden angestellt. Wenn sie die Ausbildung abbrechen oder nicht schaffen, dann wird das Dienstverhältnis beendet. Im Pflegebereich gibt es solche Lösungen in der Ausbildung nicht“, kritisiert Kraml. Ein weiterer Aspekt, der ihm in den letzten Wochen vermehrt aufgefallen ist: „Viele Betriebe wollen neue Mitarbeiter, erkundigen sich aber gleichzeitig wegen Kurzarbeit, weil ihnen Lieferengpässe drohen. Eine irgendwie sehr komische Situation“, erklärt der Regionalleiter.


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