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WELS. Die Gewerkschaft organisierte um 12.15 Uhr eine kurze Demonstration vor dem Haupteingang des Klinikums, um auf die prekäre Situation im Pflegebereich hinzuweisen. Betroffen ist das gesamte Personal: Von den Pflegern bis hin zu den Sekretariaten und Werkstätten. Rund 150 Personen nahmen daran teil.

Klare Botschaften (Foto: Tips)
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Auf den Tafeln, die die Teilnehmer hochhielten, war zu lesen: „Runter mit der Arbeitszeit; Dienst wie ausgemacht; Ausreichend Zeit für unsere Aufgaben; Genehmigt mehr Personal; Mehr Unterstützung in der Ausbildung“. „Die Probleme waren schon vor Corona groß. Sie haben sich jetzt nur noch verstärkt. Wir brauchen endlich Lösungen. Das Personal in allen Bereichen im Klinikum ist am und über dem Limit. Wir finden beispielsweise auch keine Mitarbeiter für die ausgeschriebenen Stellen. So kann es nicht weitergehen“, sagt Walter Wipplinger, (Vorsitzender des Angestelltenbetriebsrates, Konzernbetriebsratsvorsitzender Betriebsrat, Standort Wels). Der Protest richtet sich an die Politik, die tatenlos zusieht und das Gesundheitssystem kaputt gespart hat. Im kommenden Jahr werden weitere Aktionsmaßnahmen gesetzt, heißt es seitens der Gewerkschaft.

Vor Ordensspitälern und konfessionellen Pflegeheimen im Land organisierte die Gewerkschaft Vida kurze Kundgebungen genau um 12.15 Uhr in der Mittagspause. Am 20. Dezember wollen sie vor dem Landhaus nicht nur einen offenen Brief an den Landeshauptmann Thomas Stelzer übergeben, sondern auch die gefertigten Taferl mit den klaren Botschaften.

Offener Brief an LH Thomas Stelzer und Gesundheitsreferentin Christina Haberlander (beide VP)

Nach wie vor werden keine Entlastungsmaßnahmen für das Krankenhauspersonal ergriffen!

Erneut rollt eine Belastungswelle ungebremst über die Kolleginnen und Kollegen hinweg. Schon vor der Corona Pandemie war die Situation in den oberösterreichischen Spitälern und Pflegeheimen angespannt – durch immer größer werdenden ökonomischen Druck in diesen Einrichtungen und daraus resultierend einer Personalsituation, die schlichtweg nicht ausreicht, um den Bedürfnissen und Bedarfen der Patientinnen und Patienten so Rechnung zu tragen, wie es wünschenswert wäre. Seit Beginn der Pandemie hat sich die Lage extrem zugespitzt – und ist so für die Beschäftigten nicht länger tragbar. Die Kolleginnen und Kollegen gehen seit langem bis an ihre Grenzen – und mittlerweile weit darüber hinaus. Die Erschöpfung ist überall spürbar. Immer mehr Kolleginnen und Kollegen verlassen den Beruf bzw. den Arbeitsplatz Krankenhaus/Pflegeheim!

Die physische und psychische Belastung geht längst über jedes erträgliche Maß hinaus! Es braucht keine politischen Visionen und auch nicht die Beobachtung irgendwelcher Fallzahlen oder gar betriebswirtschaftlicher Kennzahlen. Die Kolleginnen und Kollegen, die jeden Tag ihr Bestes geben, um Patientinnen und Patienten zu versorgen, brauchen Entlastungsmaßnahmen – und zwar sofort!

Die Beschäftigten jetzt zu unterstützen, wird letztlich der entscheidende Faktor sein, um das Gesundheitssystem nachhaltig leistungsfähig zu halten. Es braucht Maßnahmen zur Entlastung einerseits und Maßnahmen zur Anerkennung und Wertschätzung der Tätigkeit andererseits.

Folgende Vorschläge und Forderungen richten wir einmal mehr mit Nachdruck an Sie: :

- Die in Kauf genommene Überforderung durch immer neue, zusätzliche Aufgaben in einer ohnehin extrem arbeitsreichen Zeit ist ohne Personalaufstockungen umgehend einzudämmen.

- Es braucht zusätzlich unterstützende Kräfte, vor allem im administrativen Bereich. Diese müssen so entlohnt werden, dass der Arbeitsplatz Krankenhaus/Pflegeheim von geeigneten Arbeitskräften überhaupt in Erwägung gezogen wird.

- Krankenhäuser, Pflegeheime und ähnliche Einrichtungen sind organische Systeme, die nur funktionieren können, wenn jedes Teilsystem in verlässlicher Weise zum Gelingen beiträgt. In der gegebenen Situation leisten alle Beteiligten einen außerordentlichen Beitrag. Es braucht als Zeichen der Wertschätzung die Covid Prämie für alle: Alle Kolleginnen und Kollegen stemmen die Krise gemeinsam und leisten Extremes.

- Ein Zeitausgleich für nicht konsumierte (bzw. derzeit nicht konsumierbare) Maskentragepausen der letzten Monate. Die ständigen, einseitigen Umwandlungen von Freizeitansprüchen in rein monetäre Abgeltung sind zu stoppen. Erschöpfte Kolleginnen und Kollegen brauchen ehrliche und realistische Perspektiven auf zeitnahe Erholungsphasen.

- Die Bereitschaft, sehr kurzfristig Dienste zu übernehmen, muss endlich adäquat abgegolten werden!

- Die dringendst benötigte Personalaufstockung mit ausgebildetem Personal wird seit Jahren ignoriert und blockiert. Zu argumentieren, dass die benötigten Arbeitskräfte „einfach nicht vorhanden“ wären, ist billig. Seit Jahren fordern wir Ausbildungsinitiativen und eine entsprechende Entlohnung auch während der Ausbildungszeit, um den Einstieg in solche Berufe auch für Menschen zu ermöglichen, die auf ein Einkommen angewiesen sind.

- Die Reduktion der wöchentlichen Normalarbeitszeit bei vollem Lohn-, Gehalts- und Personalausgleich ist eine seit langer Zeit überfällige Maßnahme. Unter Beachtung der oben angeführten Forderungen würde das dafür benötigte Personal längst zur Verfügung stehen.

Wir ersuchen Sie mit Nachdruck: Nehmen Sie Ihre politische Verantwortung wahr. Entlasten und unterstützen Sie die Kolleg*innen jetzt. Sofort.

Eine abschließende Frage, die für uns alle von größtem Interesse ist:

Alle Bemühungen, eine ausreichende Personalausstattung in unseren Einrichtungen zu erreichen, werden seit Jahren hintertrieben und konsequent blockiert. Wer hat die Blockade zu verantworten?

Für die Beschäftigten in oberösterreichischen Ordensspitälern und konfessionellen Pflegeheimen

 


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