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THALHEIM/PEKING. Der Thalheimer Klaus Humer hat sich für die Olympischen Spiele in Peking qualifiziert: dank seiner jahrzehntelangen, herausragenden Leistungen in der Disziplin Sportmedizin.

  1 / 2   Humer ist gut in Peking angekommen. Für das Olympische Komitee steht er nun am Pistenrand und hofft, dass es zu keinen schwereren Stürzen kommt. (Foto: privat)

Der 65-jährige Unfallchirurg aus Thalheim ist seit vergangener Woche in China und für das Olympische Komitee als Rennarzt im Einsatz. Für Humer ist es die erste Olympia-Teilnahme, aber im Skizirkus ist er ein alter Hase. Der gebürtige Welser hat in Innsbruck Medizin studiert und von daher gute Kontakte zur Innsbrucker Sportmedizin. „Die sind dann an uns Welser Sportärzte herangetreten und so bin ich vor 30 Jahren ÖSV-Teamarzt geworden“, erinnert sich Humer.

ÖSV-Teamarzt

Seither ist der Kniespezialist mit Praxen in Linz und Wels regelmäßig mit Österreichs Skistars unterwegs. „Ich bin immer wieder bei Weltcuprennen, oft beim Weltcup-Finale, aber auch bei Trainings oder Trainingslagern dabei“, beschreibt Humer seinen Einsatzbereich. „Ich kenne eigentlich alle Weltcup-Destinationen der Welt, war aber auch bei Trainingslagern in Neuseeland oder Chile mit dabei“, so Humer. Während er in den ersten Jahren auch für die Herren zuständig war, ist der Thalheimer in letzter Zeit vor allem Teamarzt der ÖSV-Damen. Bei Olympia ist der Unfallchirurg aber nun für die Athleten aller Nationen für den Notfall vor Ort. „Normal stellt der Veranstalter selbst die Ärzte, aber in China einen skifahrenden Arzt zu finden, wird schwer werden“, schmunzelt der Sporttraumatologe. „Man muss schon mit einem Ärzterucksack über einen eisigen Steilhang hinunterkommen.“

Bei Technikdisziplinen im Einsatz

Zwölf Ärzte aus ganz Europa sind bei den Alpinen vor Ort. Humer wird bei fünf bis sechs Rennen in den technischen Disziplinen, also Slalom, Riesenslalom, Team-Bewerb und eventuell Kombination, am Berg sein. Mehrere Ärzte sind dabei an der Rennstrecke positioniert, um die Versorgung zu sichern. „Ich stehe dort am Pistenrand und hoffe, dass nichts passiert“, erzählt der Knie-Spezialist. Sollte es dennoch zu schwereren Stürzen kommen, fährt Humer zum verletzten Läufer und übernimmt die Erstversorgung bis zum Abtransport.

Rigorose Maßnahmen

Während Olympische Spiele im Normalfall ein großartiges Erlebnis für alle Beteiligten sind, ist es mit der Pandemie im Hintergrund eine ganz schön komplizierte Angelegenheit. „Bis die Verträge mit uns Ärzten ausverhandelt waren, hat es drei Monate gedauert“, schildert Humer. „Zwei Wochen vor Abflug mussten wir im Health Management System täglich unser Befinden eintragen. Zwei PCR-Tests vor Abreise, einer bei der Ankunft in China und dann geht es ab in die Blase. Es ist wirklich rigoros. Wir müssen täglich testen und man darf sich nur zwischen Hotel und der 25 Kilometer entfernten Wettkampfstätte in Yanqing bewegen und wer positiv getestet wird, muss ins Quarantäne-Hotel“, bedauert der begeisterte Skifahrer, dass es mit Sightseeing nichts wird.


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