Kirche vor Ort mitgestalten und Frauen Platz im Altarraum geben
WELS. Pfarrgemeinderäte engagieren sich für eine lebendige Kirche vor Ort. Sie treffen wichtige Entscheidungen für die Pfarre und sind das Rückgrat des pfarrlichen Engagements. Gertrude Pallanch war 20 Jahre Pfarrgemeinderätin.

Im März wurden in den Pfarren die neuen Pfarrgemeinderäte für die nächsten fünf Jahre gewählt. Nach 20 Jahren hat sich Gertrude Pallanch aus Wels erstmals nicht mehr der Wahl gestellt. Aber sie engagiert sich weiterhin mit Begeisterung in der Pfarre St. Johannes, der Welser Stadtpfarre.
20 Jahre das Pfarrleben aktiv mitgestaltet
Gertrude Pallanch arbeitet mit Leidenschaft für die Kirche vor Ort. Ihr ist es ein Anliegen, dass Kirche nah an den Menschen ist, dass auch Frauen in jeder Messe ihren Platz im Altarraum haben und dass das Pfarrleben durch die Menschen darin selbst aktiv gestaltet werden kann.
„Vor 20 Jahren war mit Pfarrer Nikola Prskalo ein richtiger Aufbruch in der Stadtpfarre spürbar. Die Pfarre ist lebendiger, nach außen offener geworden. Frauen haben vermehrt begonnen, sich zu engagieren“, erzählt die kulturinteressierte Welserin von der Zeit, als sie zum ersten Mal in den Pfarrgemeinderat der Stadtpfarre gewählt wurde.
Als Pfarrgemeinderätin hat sie sich zu einer Netzwerkerin entwickelt. Sie hat eine Frauengruppe gegründet, sie engagiert sich in der Katholischen Frauenbewegung, als Caritas-Haussammlerin, als Krankenhausseelsorgerin und als Lektorin. Spirituelle Angebote außerhalb der Gottesdienste anbieten zu können, war ihr sehr wichtig. Hier kommen ihr ihre Ausbildungen als Lebensberaterin und Meditationsleiterin sowie ihre Tätigkeit in der Erwachsenenbildung sehr zugute.
Durch ihr gutes Netzwerk in der Diözese hat sie Informationen immer früh und aus erster Hand in den Pfarrgemeinderat einbringen können. Durch ihre Kontakte zu anderen Pfarren hat sie immer wieder neue Ideen in die Stadtpfarre hereingeholt.
Auch kritische Fragen
Bewusst und aktiv setzt sie sich mit biblischen Themen auseinander. Dabei nimmt sie aber keineswegs alles hin. „Ich bin schon auch sehr kritisch der Amtskirche gegenüber. Alles muss aber in einer achtsamen Kommunikation besprochen werden“, beschreibt die Mutter dreier erwachsener Töchter ihren Zugang: „Ich wollte mich immer aufrichtig und authentisch einbringen.“
Die Einführung eines Pfarrcafés, die herausfordernde Arbeit zur Neugestaltung des Altarraumes, die Einführung eines Bücherflohmarktes, das Organisieren von Pfarrfesten: Das sind jene Dinge, auf die sie in den 20 Jahren gerne zurückblickt und wo sie sich gerne engagiert hat – einfach weil sie erkannt hat, dass die Kirche vor Ort sehr wohl beeinflussbar und von den Pfarrmitgliedern gestaltbar ist.
Die Pfarrgemeinderäte
Derzeit engagieren sich in 39 Dekanaten ungefähr 8.000 Menschen in den aktuell 486 Pfarrgemeinderatsgremien der Diözese Linz. Nach den Neuwahlen am 20. März finden in diesen Tagen in den Pfarrgemeinden die konstituierenden Sitzungen der neu gewählten Gremien statt. Rund 915.000 Katholiken waren wahlberechtigt.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden