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WELS. Die Grünen sprechen von einem „Jugendnotstand“ in der Stadt. Die SPÖ ortet „sträfliche Konzeptlosigkeit“ bei den Referenten. Die beiden FP-Vizebürgermeister Christa Raggl-Mühlberger (Streetwork) und Gerhard Kroiß (Jugend) können die Kritik nicht nachvollziehen und weisen sie vehement zurück.

Lange Zeit war der Jugendtreff in der Vogelweide geschlossen. Mit Jänner hat er wieder geöffnet. (Foto: tips)

Die Grüne Fraktion berief im Gemeinderat (fand nach Redaktionsschluss statt) extra eine Aktuelle Stunde zum Thema Jugendnotstand ein. „Auslöser für die Notwendigkeit dieser Aktuellen Stunde ist die mehr als missglückte Jugendstudie, die grundlegend ihre Kernaufgabe, nämlich das Erfragen der Bedürfnisse der Jugend, verfehlt hat. Dies unterstreicht die Konzeptlosigkeit der FPÖ, wie es rund um Silvester deutlich wurde. Der zuständige Referent hat in seinen drei Zuständigkeitsbereichen (Jugend, Integration und Sicherheit) versagt“, schießt sich GR Alessandro Schatzmann scharf auf Vizebürgermeister Kroiß ein. Die Rat- und Tatlosigkeit müssten ein Ende haben, meint der grüne Gemeinderat.

„Schatzmann war mit dabei“

Der angesprochene Kroiß spart nicht mit Kritik an seinem Kritiker: „Bei der Erstellung der Fragen zu der Jugendstudie war Schatzmann mit dabei. Er hat eine Frage hineinreklamiert, was wir auch getan haben. Nachvollziehen kann ich die Kritik daher nicht.“ Nach den Vorkommnissen in der Silvesternacht habe Kroiß zu einem Blaulichtgipfel geladen: „Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass wir den Kontakt zu den Kulturvereinen noch weiter intensivieren werden. Es waren keine Bagatelldelikte. Solche Taten, wie sie von den Jugendlichen begangen wurden, haben gravierende Auswirkungen für das weitere Leben.“

„Mühle auf, Mühle zu“

Der Jugendtreff Vogelweide war wegen Personalmangels mehrere Monate geschlossen. Jetzt ist wieder geöffnet. Die SPÖ legt hier den Finger in die Wunde: „Die bittere Notwendigkeit von ständigen Mühle-auf-Mühle-zu-Maßnahmen im Jugendbereich führt zu Verwirrung und Unverständnis bei den Jugendlichen und wirft vor allem auch die Frage hinsichtlich der strategischen Ausrichtung der FP-geführten Stadtregierung auf. Es entlarvt jedenfalls die sträfliche Konzeptlosigkeit der FPÖ und das Fehlen von klaren strategischen Überlegungen“, heißt es von SP-Vizebürgermeister Klaus Schinninger.

„Alle Stellen sind besetzt“

Die temporäre Schließung entstand dadurch, dass drei Mitarbeiter in der Jugendarbeit aufhörten: „Jetzt sind wieder alle Stellen besetzt. Es war nicht leicht, neue Mitarbeiter zu finden“, erklärt Kroiß. Die Aufgaben können wieder erledigt werden und man sucht wieder vermehrt den Kontakt zu den Jugendlichen. Kritik gibt es auch an der personellen Ausstattung beim Streetwork: „Alle Stellen sind besetzt. Wir sind auf dem notwendigen Stand wie Linz“, kontert Raggl-Mühlberger die Kritik. Die Schulsozialarbeit wird in diesem Jahr ausgebaut. Es kommt fast eine ganze Stelle (0,9 Vollzeitäquivalente) dazu.


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