Jugendstudie: Zufrieden mit der Stadt, Angst vor der Inflation
WELS. Die Mehrheit – 73,9 Prozent der Jugendlichen – lebt gern in der Stadt. Das ergibt eine Jugendstudie. Die größte Angst der Unter-29-Jährigen heißt interessanterweise Inflation. Nun beginnt die Deutungshoheit der Ergebnisse.

FP-Bürgermeister Andreas Rabl und sein Vize Gerhard Kroiß stellten ausgewählte Bereiche der Studie vor: „Was den öffentlichen Verkehr, Jugendarbeit und andere Bereiche betrifft, wollen wir diese Ergebnisse zuerst im Ausschuss präsentieren und vorstellen“, erklären die beiden unisono.
Insgesamt wurden 500 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 29 Jahren von Oktober 2023 bis Mit-te Februar 2024 befragt und sechs Experteninterviews mit Schuldirektoren, Polizisten, Streetwor-kern und Jugendbetreuern geführt. Gemacht hat diese Studie das Wiener Institut für Jugendkulturforschung unter der Leitung von Bernhard Heinzlmaier. Bei den Online-Fragebögen mussten einige ausgesiebt werden, da hier versucht wurde zu betrügen. Das Sample mit 500 ist repräsentativ.
Die Zufriedenheit mit der Stadt ist außerordentlich hoch. Für den Jugendforscher sind diese 73,9 Prozent ein mehr als respektables Ergebnis: „Wenn man bedenkt, dass Linz nicht weit weg ist, dann wird in Wels viel richtig gemacht“. 90 Prozent der Welser mit Migrationshintergrund unter 29 Jahre leben gerne in der Stadt und 80 Prozent fühlen sich als Teil von Österreich: „Integration funktioniert hier“, meint Heinzlmaier. Das ist naturgemäß Wasser auf den Mühlen der FP-Politiker: „Unsere Bemühungen in Sachen Sprachentwicklung in Kindergarten und Schule fruchten. Deutsch ist der Schlüssel zur Integration“, so das Duo bei der Präsentation. Die größte Angst haben die Jugendlichen vor der Inflation, gefolgt von sozialer Ungleichheit und mangelnder gesellschaftlicher Solidarität. Wenn es um Ehrenamtlichkeit geht, ist in der Altersgruppe Sport das große Thema. Fast 70 Prozent der Jugendlichen engagieren sich aber nirgends und hier sieht die Stadt Handlungsbedarf: „Das heißt für uns, Ehrenamt stärken und die Organisationen den Kulturvereinen näher bringen“, meint Rabl. Kroiß ergänzt: „Verstärkte Zusammenarbeit Polizei und Streetwork und mehr Schulsozialarbeit sind notwendig. Wir werden eine stadtweite Werbeaktion für Engagement in den Vereinen starten“. Dazu wird das Bewegungsangebot ausgebaut. Weitere Ergebnisse gab es nicht, da man ja vorher im Ausschuss die Gesamt-Studie mit 31 in sich geschlossene Themenbereiche diskutieren will.
Die Grünen kritisieren die Studie und halten sie für wenig aussagekräftig. „In Wahrheit müsste diese Studie mit den richtigen Fragen und einem wissenschaftlicheren Ansatz neu konzipiert werden. Dass dies unwahrscheinlich ist, zeigt erneut, dass die Interessen Jugendlicher in der Politik von Wels oft nur vordergründig behandelt werden“, kritisiert der Grüne Gemeinderat Alessandro Schatzmann.


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