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WELS. Gemeinsam mit Experten von Universitäten in Ghana und Äthiopien konzipiert ein Welser FH-Team Modellschulen. Es geht um die hygienischen Bedingungen und wie man sie verbessern kann.

Projektleiterin Claudia Probst, Leiterin des Welser Studiengangs Agrartechnologie und -management am FH OÖ Campus Wels besucht gemeinsam mit Kollegen der Debre-Markos-Universität in Äthiopien und der University of Developement Studies (UDS) in Ghana das ABZ Salzkammergut. (Foto: FH)

Die hygienischen Bedingungen an den Schulen sind dabei ein wichtiger Faktor für Gesundheit, Leistungsfähigkeit und letztlich Wohlstand. Es geht um in Europa selbstverständliche Dinge wie Händewaschen oder Zugang zu funktionierenden Toiletten und Menstruationsartikeln. Am Campus Wels der Fachhochschule Oberösterreich will man zusammen mit je einer Universität in Äthiopien und in Ghana Modellschulen konzipieren, die im Sinne der Kreislaufwirtschaft autonom funktionieren und ein hygienischeres Umfeld für die Schüler garantieren sollen.

An Lösung arbeiten

Eine Lösung kann es nur frei von dauerhafter externer Finanzierung geben. Im Fokus stehen somit innovative, vollkommen geruchsfreie Komposttoiletten, die ohne Wasser auskommen. Die darin gesammelten Fäkalien werden vor Ort zu hygienisch unbedenklichem Kompost verarbeitet und anschließend zur Bewirtschaftung schuleigener Farmen genutzt.

Versorgung

Diese Schulfarmen dienen nicht nur der Versorgung mit frischen Lebensmitteln, sondern stellen auch ein nachhaltiges Einkommensmodell dar. Die Erträge finanzieren unter anderem Hygieneartikel für Mädchen sowie die regelmäßige Wartung der Sanitäranlagen. Durch eine gezielte Kombination aus Bäumen, Sträuchern und Nutzpflanzen entsteht ein weitgehend selbsttragendes Ökosystem, welches ganzjährig Obst und Gemüse hervorbringt und gleichzeitig Bodenfruchtbarkeit, Mikroklima und Biodiversität fördert. Ein Recyclingsystem trennt und verwertet organische Abfälle, Glas und Plastik.

So entsteht ein ganzheitliches Modell, das Bildung, ökologische Verantwortung und wirtschaftliche Selbstständigkeit miteinander verbindet und langfristig als Blaupause für nachhaltige Schulentwicklung in weiteren Regionen dienen kann“, schildert Claudia Probst, Leiterin des Welser Studiengangs Agrartechnologie und -management.

Mit der Menstruation bei Mädchen gehen aktuell hygienische und gesellschaftliche Probleme Hand in Hand. Vielfach werden Mädchen und Frauen aufgrund ihrer Periode ausgegrenzt und stigmatisiert. „Das Menstruationstabu in vielen Teilen Afrikas wird nicht über Nacht verschwinden. Doch kein Mädchen sollte aus Scham oder fehlender Hygiene den Unterricht verpassen müssen“, fordert Projektleiterin Probst. Der Zugang zu Toiletten und Hygieneprodukten in allen Schulen dürfe kein Luxus sein, sondern ist für die Phytopathologin vom Welser FH-Campus vielmehr ein grundlegendes Recht und entscheidend für die Zukunft dieser Mädchen. In zahlreichen Ländern habe die Periode ein „Wegsperren“ der Mädchen, im Extremfall sogar einen dauerhaften Schulabbruch zur Folge.


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