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BAD WIMSBACH. Was auf den ersten Blick wie eine verwilderte Wiese wirkt, ist in Wahrheit ein wertvoller Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge und viele weitere Insekten. Am Friedhof in Bad Wimsbach entstand hinter der Aufbahrungshalle eine mehrjährige Blühfläche, die als Pilotprojekt zeigen soll, wie wenig genutzte Flächen ökologisch aufgewertet werden können.

  1 / 2   Franz Kastenhuber und Silvia Schleicher (Verantwortliche für den Friedhof der Pfarre Bad Wimsbach-Neydharting) freuen sich über die Vielfalt auf der Friedhofs-Blühfläche. (Foto: Bienenzentrum OÖ)

Der Pfarrgemeinderat hatte sich für die Rasenfläche eine Blumenwiese gewünscht und der Wimsbacher Pflanzenbau-Pionier Franz Kastenhuber war mit seinem Fachwissen, seiner Erfahrung und seinen Kontakten sofort zur Stelle. Die Idee dahinter ist, den Friedhof nicht nur als Orte der Erinnerung, sondern auch als Rückzugsraum für die Natur zu gestalten. Gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Oberösterreich und in Kooperation mit der Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein wurde im August 2025 der Boden vorbereitet und mit einer artenreichen Mischung aus heimischen Wildblumen und Gräsern eingesät. Die ersten Blüten sind heuer bereits zu sehen, ihre volle Pracht wird sich jedoch erst in den kommenden Jahren entfalten.

„Gefällt nicht jedem“

Ein wesentlicher Teil des Konzepts ist die extensive Bewirtschaftung. Die Fläche wird nur einmal jährlich – im August – gemäht. Dadurch wirkt sie im Sommer oft weniger gepflegt als ein klassischer Rasen. „Dazu braucht man natürlich Nerven, weil das gefällt nicht jedem“, weiß Kastenhuber, aber: Gerade diese Natürlichkeit macht die Wiese zu einem wichtigen Lebensraum für Insekten und fördert die Artenvielfalt. Bei einer ähnlichen Wiese bei sich zuhause hat der Landwirt tatsächlich schon 65 verschiedenen Wildbienenarten gezählt. Das freut natürlich das Bienenzentrum Oberösterreich, welches das Projekt gemeinsam Grünland-Experten öffentlichkeitswirksam begleitet und hofft, damit auch Gemeinden, Pfarren und andere Institutionen für ähnliche Maßnahmen zu begeistern.

Mut zur Natürlichkeit

Ende Juli ist eine Vor-Ort-Veranstaltung geplant – bewusst kurz vor der Mahd. Dabei soll gezeigt werden, warum eine scheinbar „unordentliche“ Wiese ökologisch besonders wertvoll ist. Die Botschaft: Es braucht Mut zur Natürlichkeit, damit es summt und lebt.


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