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Im Gespräch: Wirtschaftliche Entwicklung braucht gesicherte Rahmenbedingungen

Gerald Nowak, 30.12.2018 08:04

WELS. Peter Sönser ist Vertreter der Grünen Wirtschaft und Mitglied des Gemeinderates. Der Projektentwickler gehört zu denjenigen, die über den Tellerrand blicken, Gesamtlösungen anstreben und sich nicht in Details verrennen.

Peter Sönser sitzt für die Welser Grünen im Gemeinderat. Foto: Privat
Peter Sönser sitzt für die Welser Grünen im Gemeinderat. Foto: Privat

Tips: Der Autobahnanschluss Wels-Wimpassing rückt immer näher. Manche sprechen davon, dass dieser die Verkehrsprobleme im Norden der Stadt löst. Können Sie dem etwas abgewinnen?

Sönser: Diese Antwort von manchen Entscheidungsträgern greift viel zu kurz! Vielmehr braucht es im Norden der Stadt konkrete Vorstellungen über ein Gesamtkonzept sowohl für weitere Raumordnungs- als auch Verkehrslenkungsentscheidungen. Grundlage ist der Schutzgüterkatalog mit dem Schutzgut Mensch an der Spitze. Das heißt, endlich auch über die Umsetzung von Lärmschutzmaßnahmen Entscheidungen zu treffen. Hier besteht unmittelbarer Handlungsbedarf!

Tips: An der Oberfeldstraße wird gebaut und eröffnet. Das Betriebsbaugebiet Wimpassing wächst. Wie kann man Infrastruktur, Wirtschaft und Bevölkerung unter einen Hut bringen?

Sönser: Indem alle Beteiligten über Instrumente des Raumordnungsvertragsrechts zu einer am Interessensausgleich orientierten Vorgehensweise – Stichwort „gerechte Verteilung von Nutzen und Lasten“ – verpflichtet werden. Das ist ein Gebot der Stunde. Vorschlag: Raumordnungsverträge und Umsetzung über den Schutzgüterkatalog als Grundlage jeder weiteren Entscheidung im Norden. Das gilt im Übrigen auch für sämtliche Raumordnungs- und Verkehrsplanungsentscheidungen in der Stadt. Für die weitere wirtschaftliche Entwicklung brauchen alle Beteiligten gesicherte Rahmenbedingungen.

Tips: Beim Straßenverkehr wird immer nur über die Erreichbarkeit der Innenstadt geredet. Der Rest scheint niemanden zu interessieren?

Sönser: Hier geht es im Kern um die Weiterentwicklung des öffentlichen Verkehrs und damit um die Linienführungen. Mittlerweile ist allen Entscheidungsträgern klar, dass das „Herumfahren von Bussen ausschließlich in Richtung KJ“ verändert und den Bedürfnissen der neuen Stadtteile und deren rasanter Entwicklung Rechnung getragen werden muss. Dies ist im Übrigen ein wesentliches Ergebnis des Bürgerrates zur Zukunft des KJ! Auch der neue Obmann der WKO hat das richtig erkannt. Das freut mich sehr, wenn die Wirtschaft sachlich und unaufgeregt Dinge auf den Tisch legt.

Tips: WKO-Obmann Franz Edlbauer will sich die rechtlichen Rahmenbedingungen für ein Betriebsbaugebiet am Flugplatz näher anschauen. Ein Schritt in die richtige Richtung?

Sönser: Das ist tatsächlich ein Schritt in die richtige Richtung. Voraussetzung ist allerdings ein Ausgleichsmaßnahmenkonzept, das sich an den Schutzgütern orientiert.

Tips: Der KJ ist soetwas wie das Prestigeprojekt für die nächsten Jahre. Wo kann man hier den Hebel ansetzen?

Sönser: Es müssen weitere Schritte zur Umsetzung der Vorschläge des Bürgerrates erfolgen. Hier ist die politische Steuergruppe den Bürgern der Stadt im Wort.

Tips: Wie geht es bei den Welser Grünen – Sie sind ja Gemeinderat – weiter?

Sönser: Ich vertrete die Grüne Wirtschaft und eines ist mir besonders wichtig: die soziale Absicherung von Unternehmern. Verbunden ist das mit einem breit angelegten Beteiligungs- und Öffnungsprozess und diese Vorgehensweise bedeutet mit allen gemeinsam an neuen Zukunftsbildern der Wirtschaft zu arbeiten. Das ist auch die Grundlage meiner Arbeit im Gemeinderat.


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