„Wir haben alles schön beinander in Krenglbach“
KRENGLBACH. Manfred Zeismann steht seit 2011 der Gemeinde Krenglbach vor und ist stolz auf seine Heimat: „Wir sind eine umtriebige, mittlere Gemeinde wo sich dank Vereinen, Zoo, Museum und Wanderwegen immer etwas tut und für jeden etwas dabei ist“. Nichtsdestotrotz bereiten dem SPÖ-Bürgermeister – wie so vielen anderen Ortschefs – die Gemeindefinanzen Kopfzerbrechen.

„Der Rechnungsabschluss 2023 kann durch die Auflösung von Rücklagen noch ausgeglichen dargestellt werden. Aber 2024 werden wir, wie so viele andere Gemeinden in Oberösterreich, eine Härteausgleichsgemeinde werden – das bedeutet, dass die Einnahmen zu gering sind, um die erforderlichen Ausgaben für das Jahr 2024 auszugleichen“, stellt Zeismann fest.
„Wir sind in erster Linie eine Wohngemeinde und haben nicht so große Betriebe die uns Kommunalsteuern bescheren“, erklärt der Bürgermeister. Hingegen habe man für eine mittlere Gemeinde ein verhältnismäßig großes Straßen- und Kanalnetz und dessen Erhaltung und Sanierung koste viel Geld. Mit dem Kanalbau seit den 1960ern war man damals vorne mit dabei, nun hingegen ist das Kanalnetz alt und vor allen Dingen sei die Sanierung für die Bevölkerung ja auch nicht einmal sichtbar.
„Jammern auf hohem Niveau“
Abgesehen davon stehen in Krenglbach aber zum Glück keine größeren Investitionen an. „Wir haben in den letzten Jahren unsere Hausaufgaben gemacht, Kindergarten, Volksschule und Feuerwehr saniert und gerade erst auch beim Feuerwehrauto mit gezahlt. Wir sind also auf dem neuesten Stand und haben alles schön beinander“, ist Zeismann zufrieden. „Es geht uns ja auch gut. Wir sind auf einem hohen Niveau und jammern auch auf einem hohen Niveau“, gibt Zeismann zu bedenken, dass man im Vergleich zu anderen Gemeinden gut dastehe. Wünsche gäbe es natürlich immer und deshalb wurde 2023 auch die Agenda Zukunftsprozess und das Verkehrskonzept gestartet. „Es wird überall zu schnell gefahren, in allen Gemeinden, aber vielleicht können wir Verkehrsflüsse ein wenig verlegen und die Bevölkerung auch dazu bringen, langsamer oder weniger zu fahren“, hofft der Ortschef.
Was in Krenglbach leider fehlt ist ein Nahversorger. „Die Vorteile der Stadtnähe sind auch die Nachteile“, kennt Zeismann die Argumente, warum niemand den Nahversorger übernehmen will. Seit fast sieben Jahren gibt es keinen Lebensmittelmarkt mehr in Krenglbach und vor Kurzem wurde auch die Unibox, die als Selbstbedienungsladen für Notkäufe gut geeignet war, geschlossen.
Auf der Kostenbremse
Die Arbeit im Gemeinderat funktioniert laut Zeismann parteiübergreifend sehr gut. „Wir sind ein sehr gutes Team und haben schon ein paar Sachen gemacht, wo wir vorne mit dabei waren und viele Gemeinden nachgezogen haben: Carsharing oder Ortsbus zum Beispiel. Aber wir müssen auch nicht überall Vorreiter sein, denn das kostet auch viel Geld“, steigt Zeismann vorerst auf die Kostenbremse.


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