WERNSTEIN/INN. Die Aufstellung von Funkmasten sorgt in vielen Gemeinden immer wieder für Unmut bei einem Teil der Bevölkerung. So auch in Wernstein/Inn, wo im Ortsteil Zwickledt/Göpping ein LTE-Funksender errichtet werden soll. Ingeborg Habereder hat eine Bürgerinitiative gegründet, die sich vehement gegen diesen Funksender ausspricht.

„Mit diesem Brief möchten wir Sie darüber informieren, dass sich massiver Widerstand gegen den geplanten Sendemast in Göpping regt und bereits eine Unterschriftenaktion im Gange ist“, heißt es in einem Brief von Ingeborg und Siegfried Habereder an die Wernsteiner Gemeinderatsmitglieder.
LTE-Funksendemast
Bei dem geplanten Funkmast handelt es sich um einen 43 Meter hohen LTE-Funksendemast, der im Ortsteil Zwickledt, gegenüber der sogenannten Maiersäge, von der A1 Telekom errichtet werden soll. Ursprünglich sollte dieser Mast nahe der neu entstehenden Siedlung in Zwickledt aufgestellt werden. Doch von den zukünftigen Bewohnern kamen Beschwerden und der Gemeinderat entschied sich dafür, einen neuen Standort zu suchen. Im Protokoll der Gemeinderatssitzung vom 12. November 2015 heißt es: ,,Die Sendeanlage soll nunmehr entsprechend den Wünschen der Gemeinde in südlicher Richtung der bestehenden Ortschaft Zwickledt errichtet werden. Die Sendeanlage wäre damit entsprechend weit entfernt vom neuen Wohnbaugebiet. (...) Einhellig sprechen sich alle Fraktionen für die Errichtung des Funksendemastes aus und auch der Standort wird als gut befunden.“
Postwurfsendung an Bürger
Neben dem Brief an den Gemeinderat verfasste das Ehepaar Habereder auch eine Postwurfsendung an die Wernsteiner Bevölkerung. In dieser heißt es unter anderem: „Abgesehen davon, dass ein Abstand von 500 bis 600 Metern (wie im Fall der,,neuen“ Siedlung) keine Sicherheit für die Bevölkerung darstellt, so möchten auch das ..alte“ Zwickledt süd und Göpping nicht dieser gesundheitlichen Belastung ausgesetzt sein. Für die Habereders gilt die Behauptung, dass es keine belegbaren relevanten biologischen Effekte unterhalb der Grenzwerte gibt, „als Falschinformation seitens der Mobilfunkindustrie“. Weiter argumentieren die zwei Wernsteiner in ihrem Brief an den Gemeinderat: „Nicht umsonst wurde 2001 die elektromagnetische Strahlung durch die Weltgesundheitsorganisation als möglicherweise krebserregend eingestuft. Daher möchten wir mit diesem Brief an den Gemeinderat einer „Gesunden Gemeinde“ und den Bürgermeister – als letzter Genehmigungsinstanz gemäß Raumordnungsgesetz – getreu dem Vorsorgeprinzip appellieren, der Umwidmung nicht zuzustimmen.“ Es ginge dabei nicht um Technologiefeindlichkeit, sondern um die Gesundheit der Wernsteiner und deren Zukunft. Für die Bürgerinitiative kann eine flächendeckende Breitbandversorgung nur über Glasfaserkabel erfolgen.
Funkmast bei Dorfabenden thematisiert
Alois Stadler, Bürgermeister von Wernstein/Inn, hat bereits ein persönliches Gespräch mit Ingeborg Habereder geführt. Außerdem hat er das Thema Funkmast bei zwei Dorfabenden aktiv angesprochen. „Aus der anwesenden Bevölkerung habe ich bei den Dorfabenden kaum Gegenreaktionen erhalten.“ Der Bürgermeister ist sich bewusst, dass es sowohl Befürworter als auch Gegner der Funkmasten gibt. „Mir geht es vorrangig um die Interessen der Gemeindebevölkerung“, stellt Stadler klar, der grundsätzlich wie Habereder ein Verfechter des Ausbaus durch Glasfaserkabel ist. „Aufgrund der immer größer werdenden Datenflut muss ein Ausbau erfolgen, damit Wernstein nicht weg vom Schuss ist. Eine kabelgebundene Lösung wäre optimal, der Funkmast ist als Zwischenlösung anzusehen“, erklärt Stadler. Über eine Aufstellung des geplanten Funkmastes wird höchstwahrscheinlich in der nächsten Gemeinderatssitzung abgestimmt, sollten bis dahin alle Gutachten des Landes OÖ vorliegen.
Infoveranstaltung
Risiko Mobilfunk
Dienstag, 12. April 2016, 19 Uhr
Wirtshaus Zwickledt
Zwickledt 19
4783 Wernstein/Inn


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden