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WEYER. 260 Zentimeter Schnee auf 830 Metern Seehöhe: Einen Winter wie diesen hat selbst Ottilie Fuxjäger noch nicht erlebt – und das will was heißen. Die 86-Jährige gilt als Österreichs älteste Schneemesserin.

Foto: TVB Pyhrn-Priel/Markus Kohlmayr
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Zuhause ist Fuxjäger auf der Mooshöhe am Hengstpass, ein winziges Dörfchen im Gemeindegebiet von Weyer. Von den einst 33 Bewohnern dort wohnt heute außer ihr niemand mehr am Berg. Wegziehen kommt für die rüstige Dame trotzdem nicht infrage. Das Schneemessen ist für Ottilie Fuxjäger so etwas wie eine Lebensaufgabe geworden. 

Nach Kaffee und Katze füttern in den Schnee

Kaffee kochen, Kater Max füttern und dann – bewaffnet mit einem langen Zollstock –  hinaus vor die Haustür: Seit fast elf Jahren beginnen so Fuxjägers Wintertage. Im Auftrag des oö. Lawinenwarndienstes misst die 86-Jährige allmorgendlich die Schneehöhen und Neuschneemengen. Außerdem überwacht sie die automatische Wetterstation. Sämtliche Daten trägt sie fein säuberlich in ein Büchlein ein und gibt sie den Verantwortlichen in Linz per Telefon durch. Fuxjägers Aufzeichnungen dienen zur exakten Einschätzung der Wetterlage und spielen - trotz Satellitenaufzeichnungen - auch heute noch für die Prognosen eine wichtige Rolle.

Eine Aufgabe haben

Für ihre Tätigkeit erhält die Weyrerin einmal jährlich eine kleine Aufwandsentschädigung. Doch um die geht es ihr nicht. Viel wichtiger ist es, eine Aufgabe zu haben - gebraucht zu werden, dem Tag Struktur zu geben. Denn der Winter im kleinen Dorf mit den fünf Holzhäusern ist einsam. 

Seit dem Tod ihres Mannes 2012 und dem ihrer Schwägerin vier Jahre später, lebt sie hier oben ganz allein mit ihrem Kater und den zehn Hühnern. Dass sie im Januar fünf Tage lang eingeschneit war, gehört für Ottilie Fuxjäger zum Lebensraum Bergwelt dazu: „Wobei der heurige Winter mit dem vielen Schnee schon ein ganz besonderer ist. In meinen Aufzeichnungen habe ich nichts Vergleichbares gefunden und ich kann mich auch nicht an solche Schneemengen erinnern“, erzählt Fuxjäger und fügt hinzu: „Die Skifahrer und Tourengeher bei uns in der Region Pyhrn-Priel freut's jedenfalls, denn denen bieten sich heuer Traumkonditionen bis weit ins Frühjahr hinein.“ 

Im Sommer kommen die Gäste

Wie es wettertechnisch in den nächsten Monaten am Hengstpass weitergeht, weiß auch Ottilie Fuxjäger nicht zu beantworten. „Fest steht aber, dass auf jeden Winter ein Sommer folgt“ – und mit dem kommen dann auch wieder die Gäste hinauf auf die Mooshöhe. Von Mai bis Oktober ist in einem der leerstehenden Nachbarhäuser eine Radlereinkehr eingerichtet. Dann wird die Schneemesserin vom Hengstpass draußen vor der Tür sitzen, den Blick über die Berge schweifen lassen und den Vorbeikommenden von ihrem Leben erzählen – und natürlich auch vom vergangenen Jahrhundertwinter.


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