Digitalisierung der Landwirtschaft auch in Ausbildung und Forschung forcieren
WIESELBURG-LAND. “Die Digitalisierung ist aus heutiger Sicht nicht mehr wegzudenken. Auch in der Landwirtschaft haben elektronische Steuerungen, das Internet oder auch GPS-Systeme Einzug gehalten und werden auch zukünftig einen Platz in der landwirtschaftlichen Praxis haben“, erklärt VP-Nationalratsabgeordnete Alois Rosenberger. Die vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus eingerichtete und vom Francisco Josephinum in Wieselburg geleitete Plattform 'Digitalisierung in der Landwirtschaft' hat sich zum Ziel gesetzt, dem Einsatz digitaler Technologien in der Landwirtschaft den Weg zu bereiten.

Eine Digitalisierung der Landwirtschaft soll den Bauern ermöglichen, auf ihren Betrieben betriebsmittelsparend und umweltschonend zu wirtschaften, angefangen vom Ackerbaubetrieb in den Gunstlagen bis hin zum inneralpinen Bergbauernbetrieb.
Die Spreu vom Weizen trennen
„Wir müssen die Chancen der Digitalisierung des ländlichen Raumes zuerst erkennen und dann gezielt nutzen. Dabei ist es wichtig aus der Fülle des technologischen Angebotes die 'Spreu vom Weizen' zu trennen, denn beispielsweise bringt nicht jede beliebige App die gewünschten Effekte und damit einen wirtschaftlichen Mehrwert für die Anwender“, so Alois Rosenberger.
Neue Technologien
Um neue Technologien langfristig zu etablieren, sind mehrere Ansätze nötig. „Zum einen müssen wir die Digitalisierung für die Bäuerinnen und Bauern greifbar machen und zum anderen muss in der Ausbildung unserer bäuerlichen Nachfolgegeneration das Angebot in Richtung neuer Technologien erweitert werden“, so Rosenberger zu zur Etablierung digitaler Schwerpunkte an Schulen und Studiengängen, die sich mit dem Thema Digitalisierung in der Landwirtschaft befassen.
„Hotspot der Digitalisierung in der Landwirtschaft“
In Wieselburg hat sich daher ein regelrechter „Hotspot der Digitalisierung in der Landwirtschaft“ etabliert. Hier gehen praktische Anwendungen im Muster Bauernhof Tür an Tür mit der angewandten Forschung und dem Fachhochschulstudiengang Agrartechnologie, der die Absolventinnen im Bereich Digitalisierung gezielt weiterführt.
Entstehung eines digitalen Musterbauernhofes
Konkret soll, wie in Deutschland und der Schweiz bereits umgesetzt, ein digitaler Muster-Bauernhof ins Leben gerufen werden. Umgesetzt wird dieser Auftrag vom Francisco Josephinum in Wieselburg. Der digitale Muster-Bauernhof soll Bäuerinnen und Bauern zeigen, wie Digitalisierung auf landwirtschaftlichen Betrieben funktionieren kann. Somit sollen die Landwirte den praktischen Mehrwert, wie beispielsweise die Einsparung von Betriebsmitteln, Umweltschutz, erhöhtes Tierwohl und geringere Arbeitsbelastung erkennen und am eigenen Betrieb umsetzen können. Bei diesem Projekt lassen sich folgend sowohl ökologische als auch ökonomische Perspektiven für alle Betriebskategorien aufzeigen.
Ausbildunsgzweig „Landwirtschaft und Digitalisierung“
Investitionen in Richtung einer digitalen Ausbildung unserer jungen Bauern sind bereits getätigt. Ab dem nächsten Schuljahr wird es hierzu am Francisco Josephinum in Wieselburg eine eigene fünfjährige Ausbildungsschiene „Landwirtschaft und Digitalisierung“ mit Matura geben. Neben der landwirtschaftlichen Produktion und den betriebswirtschaftlichen Fächern gibt es hier die zwei Schwerpunkte „Agrarische Systemtechnik“ und „Informationssysteme im Bereich der Digitalisierung“.


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