„Schornalist“ Hubert Schorn karikiert nationale und internationale Superstars
WILHELMSBURG/ST. PÖLTEN. Früh übt sich, wer gut werden will: Schon in der Volksschule zeichnete Hubert Schorn als Fleißaufgabe gerne kleine Bilder unter seine handgeschriebenen Zeilen und erfreute damit seine Lehrer. In der Ausstellung „Der SCHORNalist – Legendenmaler Hubert Schorn wird 70!“ im Stadtmuseum St. Pölten nimmt der Wilhelmsburger die Besucher mit auf eine Zeitreise durch sein bewegtes Künstlerleben.

Neben dem Zeichnen hatten es Hubert Schorn, der in seiner Jugend gern die Bravo las, schon immer der Sport und bekannte Persönlichkeiten angetan. Bis heute karikiert der Künstler Stars aus Sport, Politik, Film, Musik, Kunst und dem öffentlichen Leben. Jedes seiner Bilder erzählt ein Stück seiner eigenen Lebensgeschichte. 1969 begann Schorn als Vignetten- Dekorzeichner der ÖSPAG (Österreichische Sanitär-Keramik und Porzellan-Industrie AG) in Wilhelmsburg und wechselte 1971 in die Grafik- und Druckereiabteilung von Spar.
Chefdesigner des ÖFB
Nach drei Jahren bei ika, dem Vorgänger des Möbelhauses kika/Leiner, machte er sich 1979 selbstständig und entwarf 1981 zur Fußball-Weltmeisterschaft in Spanien das ÖFB-Maskottchen „Torro“. Darauf wurde er Chefdesigner des ÖFB, entwarf 1987 das Maskottchen der Eishockey-WM in Wien und 1990 das offizielle Maskottchen für die österreichische Fußballnationalmannschaft bei der WM in Italien.
Spezielle Genehmigung von Ecclestone
Auch Motorsport-Stars wie Jacques Villeneuve wurden auf der Leinwand verewigt. Auf Genehmigung von Formel 1-Boss Bernie Ecclestone durfte sich Schorn in den 90ern bei den Rennen in Zeltweg im Fahrerlager frei bewegen, wobei ihm viele Schnappschüsse mit der Kamera gelangen.
Königlicher Hofmaler
Über die Jahre entstanden viele Karikaturen, die Schorn in verschiedenen Ausstellungen präsentierte. Um die Bilder zu „veredeln“, besuchte der Künstler Veranstaltungen in Österreich und Deutschland und ließ sich keine Gelegenheit entgehen, um sie von den Stars persönlich unterschreiben zu lassen. Manche traf er sogar mehrmals, wodurch sich Freundschaften entwickelten. Im Stadtmuseum sind Bilder mit Originalunterschriften von Stars wie Sophia Loren, Peter Ustinov, Woody Allen, Charlton Heston, George Foreman, Paulo Coelho, Joe Cocker, Paul McCartney, Nina Hagen, Michail Gorbatschow, Pelé oder Diego Maradona zu bewundern. Schorn ist außerdem „königlicher Hofmaler“ von Céphas Bansah, dem König der Stadt Hohoe in Ghana.
Papst Franziskus fehlt noch
In besonders schöner Erinnerung ist Schorn ein Treffen mit dem Regisseur Billy Wilder, dem US-amerikanischen Sänger Pat Boone und eine gemeinsame Ausstellung mit Peter Kraus. Einem Treffen mit Kraus in Baden verdankt Schorn übrigens sein Leben. Bei einer Gasexplosion 1999, bei der zehn Menschen starben, wurde seine Wohnung in Wilhelmsburg in die Luft gejagt und damit auch seine alte Autogramm-Sammlung mit 30.000 Unterschriften. Eine bekannte Persönlichkeit fehlt Schorn aber noch in seinem Repertoire. „Bei Papst Franziskus bin ich gerade dran, aber sicher ist noch nichts“, verrät der Künstler.


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