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WILHERING. Dem zum Erliegen gekommenen Konzertbetrieb sind auch die ersten „Wilheringer Notenköpfe“ zum Opfer gefallen. Geplant war eine kleine, feine Konzertreihe mit dem Titel „Balduin Sulzer quergehört 2020“. 

Die Box wartet derweil im Balduin-Sulzer-Raum des neuen Stifsmuseums. Foto: privat
  1 / 2   Die Box wartet derweil im Balduin-Sulzer-Raum des neuen Stifsmuseums. Foto: privat

„Chaos ist eine andere Art von Ordnung“. Dieses Zitat des kurz vor Ostern vergangenen Jahres verstorbenen Komponisten Pater Balduin Sulzer ist wohl an Aktualität nicht zu übertreffen. Anlässlich des Geburts- (15. März 1932) und Sterbetages (10. April 2019) hätten die Konzerte in den Räumlichkeiten des Stiftes Wilhering im April stattfinden sollen, als Wertschätzung an Pater Balduin Sulzers Wirken.

Neues Konzept verschoben

Im Sinne von Balduin Sulzers innovativem Geist wäre seine Musik in originellen, frischen Konzertformaten präsentiert worden. Die Aufführung von „Stetit Angelus“ wäre im Format des zweimal Hörens angedacht gewesen. Die Vermittlung des Werkes zwischen den zwei Hördurchgängen wäre u.a. mithilfe einer eigens dafür konzipierten „Kompositionsbox“ erfolgt.

Der Komponist zeichnet in „Stetit Angelus“ mit musikalischen Ausdrucksmitteln Szenen, in denen Engel erscheinen, führen, begleiten, abtrünnig sind, beschützen und als wachsame Hüter herbeigesehnt werden durch die Bitte an Gott. Das Team der „Wilheringer Notenköpfe“ hat diese musikalischen Bilder der Komposition zugeordnet und diese Audiofiles in eine Box mit sechs Klappen bestückt.

Mit Abt Reinhold Dessl wurden in der Stiftskirche dazu passende Engelbilder ausgesucht und die darunterliegenden sechs Laden der Box mit diesen Fotos in unterschiedlicher Reihenfolge zu den Musikausschnitten befüllt. “Balduins Box“ wird bis zu ihrem ersten Auftritt bei den „Wilheringer Notenköpfen – Balduin Sulzer quergehört 2021“ ihren Platz auf dem Komponiertisch im Balduin-Sulzer-Raum des neuen Stiftsmuseums finden.

Der experimentierfreudige Museumsbesucher kann entweder für Ordnung sorgen und zu den Musikmotiven die dazu passenden Engelbilder suchen oder ganz getreu Balduin Sulzer, das „Chaos als eine Ordnung, die man nicht durchschaut“ walten lassen, indem mit neuen Anordnungen und Übereinanderschichtungen der Motive spintisiert wird.

Museum erwartet Öffnung

In „Balduins Box“ findet sich sowohl Ordnung als auch Chaos. Sie soll Balduin Sulzers Arbeitsweise und sein Anliegen näherbringen, die „Notenköpfe“ so „zusammenzukehren“, dass seine Musik die ästhetische Wahrnehmung der Zuhörer über Klangfarben, Rhythmik, Harmonik und Melodie aktiviert.

„Warten auf bessere Zeiten“ war die Antwort Balduin Sulzers auf die Frage was seine Lieblingsbeschäftigung sei. Bleibt die Hoffnung, dass ein Besuch von „Balduin in der Box“ im Stiftsmuseum Wilhering bald möglich sein wird.


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