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WILHERING. Wilhering wirtschaftet gut, war auch in der Vergangenheit nie eine Abgangsgemeinde. Die „Gemeindefinanzierung Neu“ oder die Abschaffung des Pflegeregresses lassen aber auch die Stiftsgemeinde nicht unbeeindruckt.

Mario Mühlböck (SP) ist seit 21 Jahren Bürgermeister von Wilhering. Foto: Gemeinde
Mario Mühlböck (SP) ist seit 21 Jahren Bürgermeister von Wilhering. Foto: Gemeinde

von SILKE KREILMAYR

Tips: Die Finanzierung für das neue Gemeindezentrum wurde noch vor der „Gemeindefinanzierung Neu“ beschlossen. 80 Prozent Förderung gab es dafür vom Land. Dem neuen Förderschlüssel zufolge wären es 62. Andererseits bekommen die Gemeinden mehr Autonomie.

Mario Mühlböck: Über diese sogenannte Autonomie kann ich nur lachen. Stimmt schon, wenn ich fünf Projekte in der Pipeline habe, kann ich – wenn ich das Geld zusammen habe – das erste verwirklichen. Nur ich muss die ganze Summe aufbringen, vorher konnte man bei kleineren Projekten mit einer Drittelfinanzierung rechnen. Jetzt greift die Förderung erst bei Projekten ab 100.000 Euro. Wie hoch diese sein wird, hängt von der Finanzkraft der Gemeinde ab. Das ist schon für viele Bereiche eine gewaltige Verschlechterung, wenn ich nur an die Anschaffung von Schulmöbeln oder dergleichen denke.

Tips:Was kommt noch von den Reformen der Regierung jetzt bei den Gemeinden an?

Mühlböck: Was derzeit wie ein Damoklesschwert über den Bürgermeistern hängt, ist die Frage: Kommt das Pflegeregress-Geld von Wien oder nicht? Wenn nicht, erwischt es uns alle massiv.

Tips:Gibt es auch Positives?

Mühlböck: Derzeit freue ich mich darüber, dass Landesrat Günther Steinkellner eine 50-prozentige Förderung für einen Teilbereich eines Radweges durch das Mühlbachtal zugesagt hat. Dieser soll von der Hitzinger Verkehrsdrehscheibe bis zum Ortsende von Dörnbach führen. Der Bau wird 2020 beginnen.

Zudem geht die Ortsentwicklung in Schönering gut voran, 60 Wohneinheiten werden dort errichtet. Da muss ich aber gleich dazusagen, dass die Bevölkerung in Wilhering entgegen dem langjährigen Trend jetzt rückläufig ist. Wenn wir neue Wohnungen bauen, ziehen in der Regel in mehr als die Hälfte Wilheringer ein. Wir haben auch in den Krabbelstuben erstmals eine rückläufige Zahl an Kindern.

Tips: Auch auf politischer Ebene tut sich einiges. Ihre Tochter Christina Mühlböck ist jetzt ihre Vizebürgermeisterin. So etwas gibt es zeitgleich in ganz Österreich nicht. Ich kann mir vorstellen, dass das auch Kritik hervorruft.

Mühlböck: Ganz ehrlich, ich habe ihr immer davon abgeraten, in die Politik zu gehen. Aber sie war nicht zu bremsen. Und es gab tatsächlich einmal ein Gesetz, das verboten hat, dass zwei Mitglieder einer Familie gleichzeitig im Gemeindevorstand sind. Das wurde aber schon vor mehr als 15 Jahren abgeschafft, weil es nicht haltbar war: Wenn jemand fleißig ist und sich bewährt, ist es unfair, ihn mit so einem Gesetz quasi zu „sperren“.


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