Heimische Wälder leiden unter Borkenkäferplage
BEZIRK. Buchdrucker und Kupferstecher, jene Borkenkäferarten, welche der Fichte zu Leibe rücken, machen dem Baumbestand der Region zu schaffen. Forstberater Georg Kolodziejczak warnt nun die Grundbesitzer. Regelmäßige Befallskontrollen und Ausholzungen seien der einzige Weg eine großflächige Ausbreitung des Schädlings zu verhindern.

„Ein Riesenproblem war die Hitze in den vergangenen Wochen. Deshalb ist der Einfall der Borkenkäfer in die Fichte heuer so extrem“, so Georg Kolodziejczak, Forstberater der Landwirtschaftskammer Perg. Er und seine Försterkollegen im Bezirk haben bereits zahlreiche Kontrollgänge hinter sich. „Wir haben auf Verdacht Bäume umgeschnitten. Weil sich überall dasselbe Bild gezeigt hat, gehe ich davon aus, dass wir im ganzen Bezirk einen Riesenbefall haben.“ Die Grundbesitzer werden nun von der Forstbehörde aufgefordert, regelmäßig in den Wald zu gehen und Befallskontrollen durchzuführen. „Nur wenn man jetzt handelt, kann man einen noch größeren Schaden verhindern“, warnt Kolodziejczak im Tips-Gespräch.
Zapfenfall, Nadelverlust, Bohrlöcher und Bohrmehl
Erkennen kann man einen Borkenkäferbefall an Zapfenfall, Nadelverlust, Abfallen der Rinde, Bohrmehl am Fuß des Stammes und an den Einbohrlöchern. „Die Käfer gehen vor allem an Bäume, die bereits vorgeschädigt sind. Durch die Dürre sind das aber heuer fast alle Fichten. Das Tückische ist, dass man oft lange nichts sieht und wenn die Larven sich herausfressen, ist der Baum schon abgestorben. Deshalb ist es auch so wichtig, dass nun wirklich alle zwei Tage eine Kontrolle vorgenommen wird.“Befallene Bäume müssen rasch aufgearbeitet werden
Alle befallenen Bäume samt Kronenmaterial müssen konsequent und zeitgerecht aufgearbeitet werden, um so ein Ausbreiten auch auf die nachbarlichen Waldbestände zu verhindern. Auch die gesunden Bäume im Umfeld sollten vorbeugend genutzt werden. Horrorszenarien will sich Kolodziejczak jetzt nicht ausmalen, aber die Grundbeseitzer wirklich eindringlich warnen: „Wenn man jetzt nichts tut, kann es sein, dass später, vielleicht auch erst im Frühjahr, hektarweise Bäume niedergeschnitten werden müssen. Bei einer Überpopulation greifen die Käfer dann auch die gesunden Bäume an. Wenn meine Verdachtsmomente übertrieben sind, dann nehme ich das auch in Kauf, aber besser so, als wenn wir wirklich ein Riesenproblem bekommen.“
Verstärkung bekommt der Forstberater auch von Bezirksbauernkammer-Obfrau Rosi Ferstl: „Das Wichtigste ist jetzt, dass wir wirklich flächendeckend unsere Hausaufgaben machen.“
Wer Fragen hat, kann sich jederzeit an Georg Kolodziejczak unter Tel. 050/6902-4184 oder an Elfriede Moser von der Bezirkshauptmannschaft unter Tel. 07262/551-67470 wenden.


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