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WINDISCHGARSTEN/ROSENAU AM HENGSTPASS. Mit dem Zug ins Garstnertal und von dort aus mit der Gondel über den Wurbauerkogel direkt in die Kalkalpen – diese neue Idee autofrei in den Nationalpark zu gelangen ist derzeit in Windischgarsten im Gespräch.

Mit einer Gondel wäre der Nationalpark autofrei erreichbar. Symbolfoto: Wodicka
Mit einer Gondel wäre der Nationalpark autofrei erreichbar. Symbolfoto: Wodicka

Der Windischgarstner Bürgermeister Norbert Vögerl (ÖVP) ist überzeugt von seiner Idee, eine umweltfreundliche Aufstiegshilfe in den Nationalpark Kalkalpen zu schaffen. Diesen Gedanken besprach er kürzlich mit dem Nationalparkdirektor Erich Mayerhofer und dem Vorstand der Hinterstoder-Wurzeralm Bergbahnen AG, Helmut Holzinger.

Bestehende Trassenführung der Wurbauerbahn verlängern

„Der Sessellift auf den Wurbauerkogel ist veraltet. In wenigen Jahren ist eine grundlegende Neuausrichtung zu erwarten“, sagt Vögerl. Seine Idee: Die bestehende Trassenführung der Wurbauerbahn bis auf den Wurbauerkogel, als Mittelstation, nützen und die Bahn bis in den Nationalpark Kalkalpen verlängern. „Tausende Autos fahren im Sommer auf den Hengstpass. Mit einer Aufstiegshilfe, zum Beispiel mit einer Gondelbahn, könnte der Tagesgast den Nationalpark umweltfreundlich und autofrei von Windischgarsten aus erreichen“, so die Vision des Bürgermeisters: „Wenn man den Zahlen glauben darf, dass mehr als 370.000 Besucher jährlich den Nationalpark besuchen, dann ist das ein touristisches Potential, das man mit einer umweltfreundlichen Einstiegssituation servicieren sollte.“

Anreise mit dem Zug

Um das umweltfreundliche Anreisen noch attraktiver zu gestalten, fordert der Bürgermeister zudem eine zweigleisige Ausbaustufe für die Eisenbahnverbindung Micheldorf-Selztal. „Aufgrund der heutigen Mobilitätssituation wäre ein Bahnhof, wo alle Züge stehen bleiben, notwendig. Die Region müsste gemeinsam einen Standort dafür definieren. Darauf sollte man den Nahverkehr ausrichten“, so Vögerl.

Almwirtschaft erlebbar

Laut dem Bürgermeister wären mit diesem Angebot die Almen leichter erwanderbar. „Auch die Almbauern gehören eingebunden. Die Almwirtschaft ist wesentlicher Kulturbestandteil der Region, insbesondere auch in Teilen des Nationalparks. Das Thema Almwirtschaft könnte den Menschen ins Bewusstsein und in die Erlebbarkeit gebracht werden“, so Vögerl.

„In touristischer Hinsicht sehr positiv für die Region“

„Ich bin für alle Ideen offen, vor allem was den Ausbau des Wurbauerkogels betrifft“, spricht sich der Rosenauer Bürgermeister Peter Auerbach (SPÖ) für die Idee seines Amtskollegen aus: „Es wäre in touristischer Hinsicht sehr positiv für die Region und auch zur Attraktivierung der Region für die Bewohner eine gute Sache. Ich befürworte dieses Projekt, vor allem wenn der Nationalpark dafür gewonnen werden kann“, so Auerbach.

30.000 Fahrten jährlich

Derzeit zählt der Lift-Betreiber, die Hinterstoder-Wurzeralm Bergbahnen AG, jährlich rund 30.000 Fahrten mit dem Sessellift. Für den Vorstand, Helmut Holzinger, ist damit die Betriebssicherheit gegeben: „Der Erlebnisberg Wurbauerkogel ist für uns und die Region wichtig. Es freut uns, dass das Angebot bereits gut angenommen wird. Wir verzeichnen jährlich rund 30.000 Fahrten mit dem Sessellift, zusammen mit der Sommerrodelbahn und dem Alpin Coaster sind es insgesamt rund 120.000 Fahrten.“

Eine Frage der Finanzierung und Wirtschaftlichkeit

Dennoch ist sich auch Holzinger bewusst: „Langfristig steht eine Entscheidung beim bereits antiquierten Sessellift an. Es gibt aber noch keine Planungen. Ich kenne die Überlegung der Gemeinde Windischgarsten. Es ist eine Herausforderung, die richtige Zukunftsentscheidung zu treffen.“

Die Idee des Windischgarstner Bürgermeisters wäre für Holzinger technisch zwar machbar, es sei jedoch eine Frage der Finanzierung und Wirtschaftlichkeit. „Außerdem muss die Attraktivität im Nationalpark für die Besucher gegeben sein. Eine spannende Prüfung, der wir uns stellen werden“, meint der Vorstand der Hinterstoder-Wurzeralm Bergbahnen.

Projekt hat keine Priorität

Das Projekt hat noch keine Priorität für die Bergbahnen. „Bevor wir eine Entscheidung treffen, ist abzuwarten, wie es allgemein mit der Region weitergeht. Wir müssen ein Gesamtkonzept betrachten und vernünftig wirtschaften. Wir warten noch auf eine Entscheidung bezüglich der Verbindung der Skigebiete Hinterstoder und Wurzeralm. Denn trotz allem erwirtschaften wir 90 Prozent der Erlöse im Winter“, so Holzinger.

Strategie entwickeln

Im Bereich Naturschutz sieht Bürgermeister Nobert Vögerl „keine wesentlichen Problemfelder, die nicht lösbar wären.“ Als nächstes sollen eine Strategie entwickelt und etwaige Kosten geprüft werden. „Man wird von einer Investition von zehn Millionen Euro nicht weit entfernt sein“, meint Vögerl: „So ein Projekt kann eine Entwicklungszeit von bis zu fünf Jahren in Anspruch nehmen.“ Bis 2025 muss jedenfalls am Wurbauerkogel etwas passieren, denn dann läuft die Konzession für den Sessellift ab.


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