Die Priester-EM ist geschlagen: "Vielleicht haben die Fans anderer Länder mehr um den Erfolg gebetet"
BEZIRK MELK/BEZIRK SCHEIBBS. Die österreichische Priesterfußballmannschaft ist das vielleicht stabilste Team der Welt: „Seit Jahren verharrt man bei Europameisterschaften im Mittelfeld“, meinen Analytiker schmunzelnd. Das Team rund um den Ybbser Pfarrer, Tormann und Kapitän Hans Wurzer holte bei der EM in Prag Platz zwölf. Um den EM-Titel spielte auch der Wieselburger Pfarrer und Dechant Daniel Kostrzycki.

Sportlich lief es zu Turnierbeginn zunächst hervorragend: Nach einem Sieg gegen Montenegro hoffte man schon auf den Fußballolymp. In den weiteren Matches spielten aber die Götter nicht mit. Die heimische Elf, die sich aus Priestern aus mehreren Ländern zusammensetzt, zog gegen Kosovo, Bosnier, Gastgeber Tschechien und Slowenien den Kürzeren und holte Platz zwölf. „Vielleicht haben die Fans anderer Länder mehr um den Erfolg gebetet“, so das augenzwinkernde Resümee der österreichischen Priesterkicker.
Gottesdienste als Höhepunkt
„Es gab viele wunderbare Begegnungen mit anderen Kulturen, Tschechien war ein toller Gastgeber und neue Spieler wurden eingebaut“, so das zufriedene Fazit des Ybbser Pfarrers Hans Wurzer. Höhepunkte seien die Gottesdienste mit den 240 sportlichen Geistlichen aus 18 europäischen Ländern gewesen. Hochrangige Kirchenoberhäupter, wie der Apostolische Nuntius oder der Prager Kardinal Dominik Duka, feierten mit den Priestern Gottesdienst. Hier habe man viel von der Schönheit des gemeinsamen katholischen Glaubens spüren dürfen“, erklärt der Geistliche. „Diese Priester haben viel zu tun als Seelsorger. Es ist großartig, dass sie sich dennoch den Freiraum für Sport verschaffen und sich so fit halten“, würdigten Pepi Frank und Sepp Eppensteiner von der Diözesansportgemeinschaft Österreichs (DSGÖ) das Engagement der Pfarrer.
Polen darf jubeln
Über den EM-Titel durften sich erneut Polens Kicker freuen, die aus einem großen Pool an jungen Seelsorgern zurückgreifen können. Platz zwei ging an Bosnien, die sich im Finale im Elferschießen geschlagen geben mussten. Rang drei holte Portugal. Nächstes Jahr, 2021, wird die Priester-EM in Rumänien ausgetragen.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden