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WAIDHOFEN/GAFLENZ. Skitourentouren boomen nicht nur bei Tag. Immer öfter werden Skitouren als „Work-out“ in den Abendstunden praktiziert. Am vergangenen Freitag (10. Februar 2023) verunglückte kurz vor 18 Uhr ein Skitourengeher am Lehnereck/Forsteralm auf 1.020 Meter und setzte einen Alpin-Notruf ab.

Am Lehnereck verunfallte am Freitag ein Skitourengeher. (Foto: ÖBRD NÖ/W)
Am Lehnereck verunfallte am Freitag ein Skitourengeher. (Foto: ÖBRD NÖ/W)

Der Skitourengeher aus Waidhofen/Ybbs kam unmittelbar zu Beginn der Abfahrt vom Lehnereck zu Sturz und zog sich eine schwere, stark blutende Schnittverletzung am linken Unterarm zu. Die Erstversorgung erfolgte durch einen zufällig anwesenden Rotkreuzsanitäter sowie der Begleiterin des Verletzten und zwei weiteren Tourengeher. Die Bergung erfolgte per Akja durch einen Bergretter und Personal der Forsteralm-Skilifte unter aktiver Hilfe der Ersthelfer. Nach nur einer Stunde konnte der Verletzte dem Notarzt am Parkplatz 1 der Forsteralm übergeben werden.

Appell der Bergrettung

Ein wichtiger Appell der Bergrettung an alle Tourengeher: Es ist auch bei so kurzen Touren wie Lehnereck oder Hirschkogel, vorzusorgen und die richtige Ausrüstung mitzuführen. Dazu gehören in den Rucksack eine gut bestückte Erste-Hilfe-Tasche mit Rettungsdecke, ausreichende Bekleidung, eine starke Stirnlampe pro Person und ein voll aufgeladenes Handy. Die Notrufnummer der Bergrettung ist 140. Die Forsteralm ist Bundesländer-Grenzgebiet OÖ/NÖ, zuständig für Alpin-Einsätze ist die Bergrettung Amstetten beziehungsweise Waidhofen/Ybbs. Daher ist es ratsam vor der Notrufnummer noch eine niederösterreichische Vorwahlnummer vorzuwählen, zum Beispiel 07442 oder 07472, um an die richtige Einsatzleitstelle zu kommen, damit keine wertvolle Zeit verloren geht.

Entsprechende Ausrüstung mitführen

Im konkreten Fall hatte der Verletzte Glück, dass ein Bergretter und Liftpersonal auf Grund des Nachtskilaufes im Skigebiet vor Ort waren. Im freien Skiraum kann es aber durchaus längere Zeit in Anspruch nehmen, bis Bergretter vor Ort sind. Bergretter, auch wenn sie darauf trainiert sind, müssen sich adjustieren, Material aus der Einsatzzentrale aufnehmen und zum Unfallort zufahren und aufsteigen. Wenn der Unfall bei Nacht oder Schlechtwetter passiert und keine Rettungshubschrauberflug möglich ist, kann es durchaus zwei Stunden oder länger dauern, bis Hilfe vom Tal vor Ort durch die Bergrettung möglich ist. Dies gilt es zu bedenken, daher nochmals der Appell, die entsprechende Ausrüstung unbedingt mitführen. Auch wenn man hoffentlich die volle Ausrüstung selbst nicht benötigt, so kann man damit zumindest im Ernstfall effiziente Kameraden- bzw. Erste Hilfe leisten.


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