Equal Pay Day: Ab dem 9. Oktober arbeiten Niederösterreichs Frauen gratis
BEZIRK. Am 9. Oktober ist in Niederösterreich der Tag, an dem Männer bereits jenen Lohn verdient haben, für den Frauen noch bis Jahresende arbeiten müssen. Plakativ gesprochen: Ab Sonntag erhalten Frauen in Niederösterreich keinen Lohn mehr und arbeiten nun 84 Tage gratis. Mit einer Verteilaktion in Zwettl macht der Österreichische Gewerkschaftsbund Waldviertel Süd nun auf dieses Ungleichgewicht aufmerksam.

2009 fand der erste sogenannte Equal Pay Day (Tag der gleichen Bezahlung) statt, bis heute beträgt der durchschnittliche Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen in NÖ 22,9 Prozent – bei Vollzeitarbeit! Das bedeutet, dass ein Mann schon am 9. Oktober so viel verdient hat, wie eine Frau in einem ganzen Jahr. In Zahlen ausgedrückt, bedeutet das um 11.500 Euro weniger Verdienst. Im Vergleich zu 2015 hat sich die Einkommensschere in Niederösterreich nur um einen Tag geschlossen.
Behalten wir dieses Tempo bei, werden unsere Urenkelinnen in 84 Jahren vielleicht gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit erreicht haben, so die ÖGB Frauen NÖ. Landessekretärin Elisabeth Preus und die Regionalfrauenvorsitzende Doris Hofmann, spielen dabei vor allem zwei Faktoren eine Rolle. Der hohe Anteil an Teilzeitbeschäftigung und die oftmals fehlenden ganztägigen Kinderbetreuungsplätze. „Das eine bedingt das andere. Ohne ganztägige Kinderbe-treuung kann man nicht Vollzeit arbeiten.“, so Preus. Wichtig wäre daher, dass die Anzahl der Krippenplätze ausgebaut wird und dass der Besuch eines ganztägigen Kindergartens kostenfrei wird, so ihre Forderung.
„Wir werden uns nicht entmutigen lassen, weil sich die Lohnlücke in den vergangenen Jahren nur minimal gesenkt hat. Auf Gesetzes-, Kollektivvertrags- und Betriebsebene werden wir auch weiterhin für Einkommensgerechtigkeit kämpfen.“, betonen Preus und Hofmann. Dazu brauche es eine bessere Bezahlung in Branchen, in denen viele Frauen tätig sind. Die in diesem Jahr wirksam gewordene Steuerreform habe zwar vielen Frauen geholfen, dennoch können Steuern strukturelle Ungerechtigkeiten nicht gänzlich ausgleichen, heißt es abschließend in der Aussendung.


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