Die Grünen Zwettl: Sorge um historische Innenstadt
ZWETTL. Die Obfrau der Grünen Zwettl, Silvia Moser, äußert in einem Brief an den Zwettler Stadtchef Herbert Prinz (VP), Sorgen um die historische Innenstadt, sie schreibt von einem „,Kahlschlag“ der schönen Fassaden“. Der Bürgermeister kontert.

Dem Brief zugrunde liegen Gerüchte, dass das vor kurzem verkaufte ehemalige Schuhhaus Hahn in der Landstraße abgerissen werden soll. „Dieses Gebäude hat eine einmalige, schützenswerte Fassade zur Landstraße hin und ist wesentliches Gestaltungselement des Hauptplatzes. Ein Abriss wäre ein unwiederbringlicher Verlust“, so Moser. Einige optisch ansprechende Gebäude seien bereits aus der Innenstadt verschwunden, erst vor kurzem wurde das „Hofhansl-Haus“ abgerissen. Dem Wohnungsprojekt in der Landstraße/Bürgergasse werden weitere alte Gebäude zum Opfer fallen. „Der ,Kahlschlag“ der schönen Fassaden wird fortgesetzt“, kritisiert Moser.
Die Grünen Zwettl fordern seit Jahren einen verbindlichen Ensembleschutz und die Schaffung eines Gestaltungsbeirates aus Fachleuten, der bei Bauprojekten in der Innenstadt zwingend hinzu gezogen werden muss, heißt es im entsprechenden Schreiben. „Leider wurde dies bisher immer von der ÖVP abgelehnt“, meint Obfrau Moser. Sie fordert den Bürgermeister auf, „Maßnahmen zu setzen um die historische Innenstadt in ihrer verbliebenen Gesamtheit zu schützen und den Abriss innenstadtrelevanter Gebäude zu verhindern.“
„Gerüchte können nicht bestätigt werden“
Bürgermeister Herbert Prinz bestätigt in der Stellungnahme zwar den Verkauf des gegenständlichen Gebäudes, aber der neue Eigentümer habe bislang keinen Antrag auf baubehördliche Bewilligung für einen Abbruch gestellt. Auch stehe das Objekt nicht unter Denkmalschutz, was bedeutet „dass selbst das Bundesdenkmalamt dessen weitere Erhaltung als nicht im öffentlichen Interesse gelegen ansieht.“ Ungeachtet dessen wird dieses Gebäude in das Projekt „ZentrumsEntwicklung Zwettl“ miteinbezogen und dabei stehen entsprechende Maßnahmen zur Stärkung der Innenstadt im Fokus. Das konkrete Gebäude läge zudem in der Schutzzone bzw. in einem ehrhaltungswürdigen Altortgebiet und diesbezüglich sind Neu-, Zu- und Umbauten harmonisch an den Ortsbildcharakter anzupassen.
Was die Gründung eines Gestaltungsbeirates betrifft, so „entspricht das nicht den Tatsachen, dass dies von der ÖVP abgelehnt worden wäre“, kontert Prinz. „Richtig ist vielmehr, dass dieser Antrag von mir als Bürgermeister an den unter anderem für baupolizeiliche Angelegenheiten zuständigen Gemeinderatsausschuss zur weiteren Behandlung zugewiesen wurde.“ Dort hat man diese Thematik zwar ausführlich beraten, jedoch wurde bis dato noch kein konkreter Antrag beim Gemeinderat eingebracht, heißt es in der Stellungnahme von Bürgermeister Herbert Prinz abschließend.


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