Erste offizielle Details: So würde das geplante Kampcenter Zwettl aussehen
ZWETTL. Jetzt ist es offiziell: Das Projekt Kampcenter Zwettl nimmt neue Fahrt auf. Investor Reinhold Frasl gab heute, am 23. November, im Zuge einer Pressekonferenz nähere Informationen über die Pläne preis. Die Unterlagen für die Umwidmung des Grundstücks von Grün- in Bauland wurden eingereicht - ein erster Schritt. Die Frage nach der Fertigstellung ließ Frasl offen, das hänge nicht zuletzt vom weiteren möglichen Widerstand ab.

Nach jahrelangen Diskussionen und vielen kritischen Stimmen herrschte lange Zeit Funkstille rund um das potentielle Einkaufszentrum in Zwettl - bis vor ein paar Tagen. Wie heute im Rahmen der Pressekonferenz bestätigt wurde, wurden die Unterlagen für ein dementsprechendes Umwidmungsverfahren für das Grundstück zwischen Schulgasse und Gartenstraße (Gelände der ehemaligen Gärtnerei Hahn) bei der Stadtgemeinde eingereicht. Nun liegt es an den Behörden, das zu prüfen.
Shopping, Genuss, Erlebnis
Die Pläne für das Kampcenter Zwettl erläuterte Frasl wie folgt: Drei große Bereiche finden sich im Konzept wieder - Shopping, Entertainment und Gastronomie. Die Rede ist von elf Shops auf rund 8500 Quadratmetern Verkaufsfläche. Potentielle Mieter wollte Frasl nicht nennen, nur soviel „es handle sich um Großflächenshops“. Die Nachfrage sei auf alle Fälle vorhanden, aber wenn man noch lange weiterstreite, seien die bald weg.
Neben dem Einkaufen (laut Investor Frasl „der uninteressanteste Bereich“), sollen das Erlebnis und der Genuss nicht zu kurz kommen. Anzumerken ist, dass sämtliche Ideen der „Initiative Zwettl 2020“, welche bislang für Gegenwind sorgte, aufgegriffen wurden – wie etwa der vorgeschlagene Nasch-, Kunst- oder Handwerksmarkt, Platz für Start-Ups oder ein Coworking Space. Neben einem Jugendtreff und einem Indoor-Spielplatz soll auch ein Boulder- und Bowlingcenter Platz finden. Damit möchte man sich in Zwettl von anderen „Einkaufszentren“ abheben und eine eigene Positionierung schaffen.
In punkto Gastronomie schwebt Frasl ebenso Vielfalt vor, er will an fehlendes Angebot (zB. Steakhouse) anknüpfen, auch eine Kooperation mit der Zwettler Brauerei (“Gasthof-Brauerei“) wäre beispielsweise denkbar, äußert der gebürtige Waldviertler seine Ideen.
Herausforderungen
Die große Herausforderung: ein umfassendes Verkehrskonzept zu erstellen und mit der Schulgasse eine attraktive Anbindung in das Stadtzentrum zu schaffen (“Erweiterung des Hauptplatzes und Ausdehnung des Zentrums“). Die Sorgen, dass manch kleinere Geschäfte in der Innenstadt dem möglichen Kampcenter nicht standhalten könnten, die konnten auch beim Pressegespräch nicht gänzlich ausgeräumt werden. Frasl versuchte der vorhandenen Kritik den Wind aus den Segeln zu nehmen, „Die Diskussionen passen alle nicht zusammen“, denn man baue keine Monster hin“, man „möchte die Hotspots nach Zwettl bringen, die noch nicht da sind“, denn „das Potential ist da“.
Genaue Prüfung
Fakt ist: Das Umwidmungsverfahren von Grün- in Bauland ist nur ein erster Schritt, dem noch viele weitere folgen müssten. Das angesprochene Verfahren dauere nun mindestens ein dreiviertel Jahr, alles werde von unabhängigen Experten genau geprüft. Ist das plausibel, gäbe es im Frühjahr eine erste große Infoveranstaltung, informiert Vizebürgermeister Johannes Prinz. Mit einem Gemeinderatsbeschluss betreffend der Umwidmung darf man frühestens im September rechnen.
Derzeit findet übrigens ein Gespräch mit dem Obmann des Wirtschafts- und Tourismusmarketings (WTM) Zwettl, Martin Fichtinger, statt. Man sei offen für Vorschläge und möchte dahingehend auch kooperieren, so Frasl.
Details zum möglichen Kampcenter (laut Investor Reinhold Frasl):
- Drei Ebenen: Shopping, Entertainment und Gastronomie
- Elf Shops
- Verkaufsfläche von 8500 Quadratmetern
- Handels- und Dienstleistungs-, Büro und Praxisflächen gesamt: 10.000 Quadratmeter
- Tiefgarage mit 580 Stellplätzen (drei Parkebenen)
- geschätztes Investitionsvolumen von 30 bis 35 Millionen Euro
- Bauzeit: 2 Jahre
- rund 200 neue Arbeitsplätze
- Die Website www.kampcenter.at wird im Laufe der nächsten Woche online gehen


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