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ZWETTL. Neben der Verkehrslawine, die über die Zwettler Innenstadt rollen würde, wäre es nicht zuletzt ein Überlebenskampf für heimische Betriebe – lehnt SPÖ Bezirksvorsitzender Herbert Kraus das geplante Einkaufszentrum in Zwettl ab. Statt der „EKZ-Bonbonniere, wo niemand weiß, was drinnen ist“, spricht sich die SPÖ einmal mehr für eine Fachhochschule für Holzwirtschaft und Holztechnik am Areal des „Kampcenters“ aus. Für einen Umkehrschwung sei es noch nicht zu spät, ist Kraus überzeugt.

SPÖ Bezirksvorsitzender Herbert Kraus beim Pressegespräch in Zwettl,
SPÖ Bezirksvorsitzender Herbert Kraus beim Pressegespräch in Zwettl,

„Es ist bekannt, dass sich hauptsächlich große Konzerne in solchen Einkaufszentren ansiedeln“, so Herbert Kraus, für diese wäre allerdings vor den Toren Zwettls genug Platz. Die heimischen Betriebe in der Stadt selbst würden mit einem EKZ vielfach durch die Finger schauen, ist er sich sicher. Unweigerlich damit verbunden ist die niedrige Kaufkraft im Bezirk, eine weitere Tatsache, die laut Ansicht von Kraus gegen das Kampcenter spricht. „Ein EKZ braucht massiv Kundschaft, damit es überhaupt überlebensfähig wäre.“

Auch sei es widersprüchlich, dass man zuvor eine „wunderbare Umfahrung“ mache, um dann in einem nächsten Schritt eine Autolawine in die Stadt zu ziehen.

Die laut Konzept geplante neue Brücke über den Kamp bezeichnet Kraus als „Firmenzufahrt“, für die - in seinen Augen - der Investor des Kampcenters vollständig aufkommen sollte. Der Plan sieht eine 50-prozentige Kostenübernahme durch die Stadtgemeinde Zwettl vor, “bei den geschätzten Kosten von 700.000 Euro wären dies 350.000 Euro an Steuergeldern“. Man könne doch keine Zufahrt schaffen, ohne einen konkreten und endgültigen Plan des Einkaufszentrums in der Hand zu haben, kritisiert er weiters den „fehlenden Weitblick“ beim Projekt Kampcenter.

Kraus: FH-Standort in Zwettl ideal

Noch ist es für eine Umkehr nicht zu spät, meint der SPÖ-Bezirksvorsitzende, er spricht sich einmal mehr für eine Fachhochschule am Areal des geplanten Kampcenters aus. „Gerade im Waldviertel, in der Schulstadt Zwettl, wäre ein solcher Studienlehrgang für Holzwirtschaft und Holztechnik naheliegend.“ Neben der Schaffung von hochqualifizierten Arbeitsplätzen würde man auch der Abwanderung von qualifizierten jungen Menschen entgegenwirken. Und die Studenten würden für eine nachhaltige Belebung der Zwettler Innenstadt sorgen, verweist Kraus auf das Vorbild Krems.

Anliegen auf Landesebene diskutieren

Der SPÖ Bezirksvorsitzende möchte das „rote“ Anliegen auf Landesebene diskutieren. „Ich hoffe, dass man den Weckruf bis nach St. Pölten hört und man auch eine Etage höher anfängt, darüber nachzudenken“, so Kraus und meint abschließend: „Ich glaube nicht, dass es zu spät ist, schließlich gibt es bis dato ja noch nichts - außer einem Plan, der nicht passt.“


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