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AK Zwettl: Kündigung im Krankenstand - Arbeitgeber verweigert offene Ansprüche zu bezahlen

Katharina Vogl, 23.02.2019 11:09

ZWETTL. Eine Kündigung am Krankenbett und dazu die Verweigerung seitens des Arbeitgebers, die offenen Ansprüche zu bezahlen – immer wieder gäbe es solch dreiste Fälle im Bezirk, betonte der Bezirksstellenleiter der Arbeiterkammer (AK) Zwettl, Jürgen Binder, im Zuge der Jahresbilanz 2018.

V.l.: AKNÖ-Präsident Markus Wieser, AK-Bezirksstellenleiter Jürgen Binder, Landesgeschäftsführer FSG NÖ Christian Fahrthofer, Engelbert Artner (regionaler FSG-Spitzenkandidat) und Franz Steindl (ÖGB-Regionalsekretär) präsentierten die Jahresbilanz der Arbeiterkammer Zwettl; Foto: KaVo

Eine Handelsangestellte erkrankte, sie versuchte ihren Chef über mehrere Wege – telefonisch, per WhatsApp oder postalisch – davon in Kenntnis zu setzen. Umso größer war die Verwunderung, als nach der plötzlichen Abmeldung von der Krankenkasse kurz darauf die Kündigung ins Haus flatterte, mit der Begründung, sie habe sich nicht krankgemeldet. „Bei einer Kündigung während des Krankenstandes ist der Dienstgeber zur Entgeltfortzahlung verpflichtet, mindestens sechs Wochen lang“, informiert Binder. Der Arbeitgeber war allerdings bis zum Schluss nicht bereit, die offenen Ansprüche  - das Entgelt sowie die ihr zustehenden Überstunden oder das aliquote  Urlaubs- oder Weihnachtsgeld – zu bezahlen. Schlussendlich blieb nur mehr der Weg vor das Gericht, wo die offenen Forderungen von  rund 8.700 Euro für die Handelsangestellte erkämpft werden konnten.

AK Zwettl holt 1,2 Millionen Euro zurück

Fälle wie diese kommen immer wieder vor, weiß Zwettls AK-Leiter Jürgen Binder.  Insgesamt konnten im vergangenen Jahr rund 1,2 Millionen Euro für die Arbeitnehmer im Bezirk zurückgeholt werden. Den größten Brocken umfassen Probleme am Arbeitsplatz, etwa bei der Auflösung des Dienstverhältnisses, aber auch beim Thema Berufsunfähigkeitspension oder Mutterschutz wendet man sich sehr oft an die Arbeiterkammer.  Über 3600 Menschen haben die Beratung im Jahr 2018 im Bezirk in Anspruch genommen.

Nö-weit 66,1 Millionen Euro erstritten

Niederösterreichweit hat die Arbeiterkammer übrigens 66,1 Millionen Euro, um 15 Millionen mehr als 2017, für ihre Mitglieder erkämpft und 150.000 Beratungen absolviert. AK-Präsident Markus Wieser spricht von einer „Erfolgsbilanz“, auch wenn Thematiken wie ungerechtfertigte Entlassungen, nicht ausbezahlte Löhne, Gehälter und Abfertigungen oder Insolvenzen nicht immer angenehm für die beteiligten Seiten seien.

Bilanz 2018 - Bezirk Zwettl

Beratungen: 3.627

Im Arbeits- und Sozialrecht eingebracht: 963.432 Euro

Davon Insolvenzvertretung: 176.825

Für die Mitglieder insgesamt erreicht: 1.222.544 Euro


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