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URFAHR-UMGEBUNG. Geht es nach dem SPÖ-Verkehrssprecher und Nationalratsabgeordneten Alois Stöger, so sollen Öffi-Jahreskarten für jenen Zeitraum verlängert werden, in dem diese aufgrund der Krise nicht genutzt werden konnten. 

(V.l.) Alois Stöger und Herbert Enzenhofer von der SPÖ. Foto: SPÖ
(V.l.) Alois Stöger und Herbert Enzenhofer von der SPÖ. Foto: SPÖ

Aufgrund der Krise sei es vielen der Kartenbesitzern nicht möglich gewesen, das Öffi-Angebot in Anspruch zu nehmen. Zum einen, weil Betriebe ihre Arbeit ein- oder auf Homeoffice umgestellt haben. Zum anderen beispielsweise aufgrund von Quarantäne-Maßnahmen. In der Freizeit seien weiters die Ausgangsbeschränkungen einer Nutzung im Wege gestanden.

Deswegen fordert Stöger nun vom OÖVV und vom zuständigen Verkehrslandesrat Günther Steinkellner ein Entgegenkommen: so sollen diese Fahrkarte für alle Öffi-Nutzer für jenen Zeitraum verlängert werden, in dem sie die Karte nicht nutzen konnten. „Wir haben kein Verständnis dafür, dass jetzt gerade die Jahreskartenbesitzer draufzahlen sollen“, so Stöger. Auch aus den Gemeinden gäbe es entsprechende Anfragen und Beschwerden.

Darauf sei auch der Zwettler SPÖ-Vorsitzende Herbert Enzenhofer im Zuge der „Mobilität Jetzt“-Aktion aufmerksam geworden. „Der Verkehrsverbund hat auf Anfragen ablehnend reagiert und auf die Möglichkeit verwiesen, die Jahreskarten zu kündigen. Das ist auch aus Sicht des Verkehrsverbundes sehr kurzsichtig, denn hier geht es auch um Kundenbindung“, kritisiert dieser.

Zwar würde eine Jahreskarten-Verlängerung die Liquidität der Verkehrsbetriebe vorübergehend schmälern. Für die SPÖ-Vertreter handele es sich aber um keine teure Lösung, sondern als nachhaltiges Kundenbindungsprogramm. 

„Die öffentliche Hand soll dabei helfen, den durch die Corona-Krise verursachten Schaden zu begrenzen. Denn natürlich sind die Verkehrsbetriebe an der Situation unschuldig. Das gilt aber auch für ihre Kundinnen und Kunden und es kann nicht sein, dass ausgerechnet jene bestraft werden, die Jahreskarten erworben haben“, so Stöger.

Reaktionen von OÖVV und Landesrat Steinkellner

Aus dem Büro des Verkehrslandesrates Günther Steinkellner wurde auf Anfrage von Tips auf eine Stellungnahme verwiesen, die bereits in Zusammenhang mit einer ähnlichen Forderung von der Arbeiterkammer kommuniziert wurde. In dieser Aussendung wird die Kündigungsmaßnahme als treffende Lösung verteidigt: „Für den OÖVV konnte in dieser Situation nicht beurteilt und recherchiert werden, welcher Fahrgast sein Ticketprodukt nützt. Deshalb wurde eine Kündigungsmöglichkeit der Jahreskartenprodukte als treffende Lösung angesehen. Diese Möglichkeiten wurden über unterschiedliche Kanäle kommuniziert und von rund acht Prozent der OÖVV Jahreskartenkunden gewählt.“

Vom OÖVV hieß es auf Anfrage von Tips, dass man sich natürlich „intensiv mit der Frage von Ersatzansprüchen von Zeitkartenbesitzern (Jahreskarten und Semesterkarten) im OÖVV infolge der Corona-Krise beschäftigt“ habe. Auch dort verteidigt man die bereits geschaffene Möglichkeit der Jahreskarten-Stornierung. „Da es die Möglichkeit der Stornierung gab und gibt, wird das Verkehrsangebot auch mit hohem Aufwand weitgehend aufrechterhalten und auch während der Ausgangsbeschränkungen nach wie vor Fahrgäste den Öffentlichen Verkehr genutzt haben, sind wir der Meinung, dass keine weiteren Rückerstattungen nötig sind und waren“, heißt es von Seiten des OÖVV. Auch dieser verweist darauf, das rund acht Prozent der Kunden das Angebot genutzt hätten. Außerdem, so fügt man beim Verkehrsverbund an, hätten viele jener Fahrgäste, die nun die Fahrkarte wieder benötigen, diese auch schon wieder bestellt. 

Lösung für Semesterkarten

Desweiteren, so der Verkehrsverbund, habe man sich auch eine Lösung für die Semesterkarten von Studenten überlegt. „Da die Studierenden laut Tarifbestimmungen keine Möglichkeit hatten, ihre OÖVV-Semesterkarten zu stornieren, haben wir in sehr enger Abstimmung mit dem Infrastrukturlandesrat Günther Steinkellner und den LINZ AG LINIEN eine Lösung festgelegt, um den Studentinnen und Studenten bestmöglich, rasch und unkompliziert entgegenzukommen. Die Gültigkeit aller OÖVV Semesterkarten für das Sommersemester 2020 wurde auf das Wintersemester 2020/21 bis einschließlich Februar 2021 ohne zusätzliche Kosten ausgeweitet. Die Studierenden konnten ihre aktuelle Semesterkarte also behalten und können sie im Wintersemester nutzen. Studierende, die dieses Angebot nicht nutzen können, weil sie zum Beispiel ihr Studium schon abgeschlossen haben, und somit im Wintersemester 2020/21 keine OÖVV Semesterkarte mehr benötigen, bekommen auf Wunsch das gesamte Fahrgeld rückerstattet.“


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