Rückblick: Das war der (heiße) Sommer 2017
BEZIRK ZWETTL. Was bleibt uns von diesem Sommer in Erinnerung? Stichwörter wie Hitzewellen, Trockenheit oder Badewetter? Tips hat sich umgehört - rechtzeitig zu Beginn des Herbstes lassen wir den Sommer nochmals Revue passieren.

Am 3. August wurde an der Wetterstation in Zwettl (eine von dreien im Bezirk) mit 35,6 Grad Celsius der Höchstwert in diesem Jahr erreicht, gibt Alexander Orlik, von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) Auskunft. Aber es geht noch heißer: „Die höchste Temperatur, die je im Bezirk gemessen wurde, wurde an der Station Zwettl am 22. Juli 2015 mit 36,3 Grad erreicht.“
Durchschnittlich waren die letzten drei Monate im Waldviertel um 2,2 bis 2,5 Grad wärmer als sonst, der ZAMG-Experte spricht vom drittwärmsten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen (1883).
An insgesamt 878 Stunden lachte die Sonne von Juni bis August in Allentsteig vom Himmel, das waren waldviertelweit die meisten. Gleichzeitig fiel in diesem Sommer um 30 Prozent weniger Regen. „Vor allem der Juni und August waren mit Defiziten zum klimatologischen Mittel von 60 beziehungsweise 50 Prozent besonders trocken. Somit war der Sommer 2017 im Waldviertel einer der 15 trockensten seit Messbeginn“, so Orlik.
Winkler: „Klimawandel ist Realität“
„Der Klimawandel ist Realität und er ist auch in Österreich angekommen. Das merkt man an der Zunahme von Wetterextremen wie Spätfrost, extreme Trockenheit, aber auch Hagel, Sturm und Überschwemmung. Alleine in Niederösterreich entstand 2017 ein Gesamtschaden in der Landwirtschaft von mehr als 100 Millionen Euro. Und auch Zwettl war durch die diversen Wetterextreme im heurigen Jahr betroffen“, meint Mario Winkler von der Österreichischen Hagelversicherung.
Hipp: „Regen kam um ein Monat zu spät“
Der Obmann der Bezirksbauernkammer Zwettl Dietmar Hipp wird noch konkreter: „Im Sommer war es heuer der verspätete Regen, der in der Landwirtschaft zu Problemen führte. Es war gar nicht so sehr die extreme Hitze – wir hatten nicht viele Tage über 30 Grad – aber der Regen ist einfach um ein Monat zu spät gekommen.“ Was Futterflächen angehe, sei die heurige Ernte - über den gesamten Bezirk gesehen - bis dato eher bescheiden, fasst Hipp zusammen. „Den Bauern fehlt einiges an Futtergrundlage. Glücklicherweise wird es sich – aufgrund der Reserven aus dem letzten Jahr – in vielen Fällen ausgehen.“
Die Ernte der Sommergetreidearten fiel eher schwach aus, beim Wintergetreide kam man mit einem blauen Auge davon.
Trockenheitsbedingt war auch die Mohnernte in vielen Gebieten im Bezirk mager, mit Ausnahme von kleinräumigen Regionen rund um Ottenschlag. Der Großteil der Erdäpfel ist bereits im Keller: Während die Bio-Ernte hier eine durchaus gute war, ist bei den konventionellen Bauern eher ein unterdurchschnittlicher Ertrag zu verzeichnen, so Hipp.
„Sehe für Fichte schwarz“
„Der Borkenkäfer ist und wird noch ein richtiges Problem“, erörtert Hipp. Zwar wird es - je nach Temperatur - gegen Ende Oktober vermeintlich ruhig, wenn sich der Käfer in Winterruhe begibt. Aber wenn der Baum nicht dementsprechend viel Wasser hat, kann er sich nicht gegen ihn wehren. „Wenn das nächste Jahr wieder so ein trockenes wird, dann sehe ich persönlich für die Fichte schwarz.“
Die Plage könne man eindeutig auf der Seehöhe festmachen, so Hipp. Alles unter 700 Metern ist extrem betroffen, darüber werde es tendenziell besser. So gäbe es in Ottenschlag oder Arbesbach nur vereinzelt Fälle, während Waldbauern in Neupölla, Allentsteig oder Schwarzenau schon sehr zu kämpfen haben.
Mehr Hitzepannen
Der Sommer 2017 brachte neben Hitzewellen auch Sturm und Unwetter mit Starkregen und Hagel mit sich - das hielt die Einsatzkräfte auf Trab. In den vergangenen drei Monaten rückte der ÖAMTC in Zwettl zu 540 Pannenhilfe-Einsätzen aus, das entspricht somit im Einzugsgebiet Zwettl einer Steigerung von rund acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zudem gab es an einzelnen Tagen aufgrund der Hitze überdurchschnittlich viele mobile Nothilfeleistungen, zu denen die Gelben Engel ausrücken mussten. „Einsatzstärkster Tag war der 7. August, der einer der heißesten Tage war“, berichtet Ewald Braunstein, ÖAMTC-Stützpunktleiter der Dienststellen Zwettl, Gmünd und Waidhofen/Thaya.
Zwettler Freibad boomte
Das war ein Sommer ganz nach den Vorstellungen der Freibad-Betreiber. „Wir sind heuer sehr zufrieden und verzeichnen gegenüber dem vorigen Jahr eine bessere Bilanz. Heuer waren alle drei Monate wettermäßig toll, dementsprechend ergeben sich auch die hohen Besucherzahlen“, freut sich ZwettlBad-Betriebsleiter Thomas Tüchler. „Der stärkste Tag in der Sommersaison war der 1. August mit 1153 Badegästen“, weiß VP Sportstadtrat Josef Zlabinger. Da habe es sprichwörtlich gewimmelt, vier Badewärter sorgten hier für die Sicherheit der Gäste.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden