Zukunftschance für die Holzindustrie: Gas und Diesel-Treibstoff aus Holz
WALDVIERTEL. Das Waldviertler Kernland mit seinen zwölf Gemeinden und der Koordinierungstelle Wald hat sich mit Geschäftsführerin Doris Maurer und Obmann Christian Seper eine Studie der TU Wien mit großem Potential angesehen. Demnach könnten in naher Zukunft die großen Mengen an Schadholz zu Diesel und Gas verarbeitet werden. Für ein Lehrlabor wird in Niederösterreich ein Standort gesucht.

Großes Interesse hegt das Waldviertler Kernland, diese Forschungsstelle ins Waldviertel zu bringen. Das Waldviertel, wo das meiste Schadholz anfällt, ist ein höchst geeigneter Ort dafür. Kompetenzen sind da, der Rohstoff an Holz mehr als genügend. Ansässige Firmen mit Know-How könnten in den Anlagenbau miteinbezogen werden. Eine Gasleitung zur Einspeisung ins Gasnetz liegt Vorort. Der Wasserverbrauch mit 56 Kubikmetern Kühlwasser ist zwar groß, aber Seen, Flüsse gibt es im Waldviertel genug und das Wasser könnte „im Kreis“ geschickt werden. Die Abwärme ist ebenso verwendbar. – Ein ökonomisches System, das Nutzen für alle bringt. Der Betreiber und Auftraggeber dafür ist das Ministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus.
Brachliegendes Rohstoffmaterial
Nationalrat Lukas Brandweiner (ÖVP): „Es gibt keinen Bürgermeister, der so etwas nicht gerne in seiner Gemeinde stehen hätte“. Brandweiner hofft auch, dass es mehrere Standorte für ein Labor einer Treibstoffgewinnung geben wird. „Die Produktion braucht man, um das Schadholz wegzubekommen.“ Anwesend waren auch Gemeindevertreter der zwölf Kernlandgemeinden und Forstvertreter, wie Franz Vieghofer von der Holz GmbH in Ottenschlag. „Es ist viel Holz am Markt, das nicht verkaufbar ist und verdirbt. Die Absatzmöglichkeiten sind beschränkt. Die Papierindustrie nimmt nichts mehr ab“, so Vieghofer.
CO2-Fußabdruck
Für einen Liter Diesel werden drei bis vier Kilogramm Holz benötigt. In einer Stunde können 650 Liter Diesel erzeugt werden, der 1:1 in das Fahrzeug gefüllt werden kann. Der Bedarf für das ganze Waldviertel wäre damit gedeckt. Der Markt-Verbraucherpreis laut der TU-Studie läge für Holzdiesel bei 1.026 Euro. Auch der CO2-Fußabdruck ist um 90 Prozent geringer, als der von fossilem Erdgas und Diesel.


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