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WALDVIERTEL. Wenn sich im Sommer wieder einmal die Weiße Fliege (Trialeurodes vaporariorum), richtiger auch Mottenschildlaus genannt, bevorzugt auf das Kohlgemüse niederlässt, ist es an der Zeit nach bewährter Methode das Ein mal Eins des ökologischen Pflanzenschutzes anzuwenden.

Es ist wichtig, den kleinen Lästlingen stets nützlingsschonend zu Leibe rücken. Foto: Fotolia
Es ist wichtig, den kleinen Lästlingen stets nützlingsschonend zu Leibe rücken. Foto: Fotolia

Es ist wichtig, den kleinen Lästlingen stets nützlingsschonend zu Leibe rücken, denn ihre Gegenspieler sind die wichtigsten Helfer im Naturgarten und sollten durch die Maßnahmen keine Beeinträchtigung erfahren. Die Pflanzenschutzstrategie im Naturgarten basiert im Wesentlichen auf einer Fülle von vorbeugenden und stärkenden Maßnahmen, einschneidende Eingriffe wie der Einsatz von biokonformen Pflanzenschutzmitteln sind immer nur als Option letzter Wahl anzusehen.

Idealen Standort und robuste Sorten wählen

„Als Basis für ein gesundes Gedeihen unserer Pflanzen gilt es, vor allem einen idealen Standort mit gesundem Bodenleben auszusuchen, nur robuste Sorten zu pflanzen, auf Fruchtfolge und Mischkultur zu achten und eine große Vielfalt an Nützlingen im Garten zu fördern. Mit einer angepassten organischen Düngung (zum Beispiel Kompost) sowie der regelmäßigen Stärkung und Behandlung der Pflanzen mit Komposttees beziehungsweise pflanzlichen Jauchen und Brühen bleiben unsere Pflanzen gesund und widerstandsfähig“, erklärt Katja Batakovic, fachliche Leiterin der Aktion „Natur im Garten“.

Blattunterseite wird bevorzugt

Während der heißen Sommertage oder im geschützten Kleinklima von Gewächshäusern siedelt sich die Weiße Fliege gerne auf der Blattunterseite verschiedener Kohlgewächse an. Besonders gerne befällt sie auch Paradeiser, Paprika, Melanzani, Bohnen oder Zierpflanzen wie Fuchsien, Pelargonien, Wandelröschen, Hibiskus und Engelstrompete. Durch die Honigtauausscheidungen der Insekten werden die Blätter klebrig und durch die nachfolgende Besiedelung mit Rußtaupilzen verschmutzt, wodurch die Pflanzen zunehmend geschwächt werden. Befallene Blätter verfärben sich gelb und können letztlich absterben.

Frühzeitige Maßnahmen setzen

Vorbeugend sollten daher der Boden durch Gießen und Mulchen feucht gehalten, die Pflanzen nicht zu eng gesetzt und das Gewächshaus regelmäßig gut gelüftet werden. Als natürliche Feinde gilt es, Raubmilben und Schlupfwespen zu fördern oder im Handel zu erwerben, um diese im Gewächshaus gezielt einzusetzen. Nach der Ernte sollten Pflanzenreste wie Kohlstrünke vom Beet entfernt werden. Aufgrund der sehr kurzen Entwicklungsdauer und der hohen Reproduktionsrate sollte bei Befall bereits frühzeitig mit Sofortmaßnahmen begonnen werden. Dazu hilft, einen mit Leim bestrichenen Karton zu den Pflanzen zu halten und diesen etwas schütteln. Die aufgescheuchten Insekten bleiben dann daran kleben. Auch gelbe Leimtafeln können den Befall reduzieren. Stark befallene Blätter, insbesondere jene mit Eiern und Larven, sollten rasch und regelmäßig entfernt werden. Des Weiteren hilft es, die Blätter mit Urgesteinsmehl zu bestäuben. Bei starkem Befall können die Blattunterseiten zwei Mal im Abstand von zirka zehn Tagen mit Kaliseifenpräparaten gespritzt werden, um einen akut hohen Befallsdruck zu vermindern. Mittel morgens mit ruhigen Bewegungen aufgetragen sind diese Tierchen noch träge.

Weitere Informationen

„Natur im Garten“ Telefon

+43 (0)2742/74 333

gartentelefon@naturimgarten.at

www.naturimgarten.at


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