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Frau in der Wirtschaft fordert "qualitativ hochwertige, flächendeckende Kinderbetreuung"

Katharina Vogl, 14.10.2016 11:19

ZWETTL. Wie können Jugendliche zu wertvollen und leistungsbereiten Teilnehmern am Arbeitsmarkt werden? Diese Frage diskutierten Zwettler Unternehmerinnen auf Einladung „ihrer“ Interessenvertretung Frau in der Wirtschaft (FIW) Niederösterreich, unter anderem mit WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl (VP), Landesrätin Petra Bohuslav (VP) und FIW-Bundesvorsitzender Martha Schultz im Multiversum in Schwechat.

FIW-Bezirksvertreterin Anne Blauensteiner mit „ihren“ Damen beim Unternehmerinnenforum in Schwechat. Foto: Kraus/WKNÖ

Jugendkulturforscherin Beate Großegger erläuterte die Lebenssituation der heutigen Teenager: Diese seien sich bewusst, dass sie nicht mehr ihr ganzes Berufsleben in nur einem Job verbringen werden, und, dass auch ihr erworbenes Wissen eine immer geringere Halbwertszeit aufweist. Die ständige Erreichbarkeit via Smartphone schauen sie sich teilweise von ihren Eltern ab, die ebenfalls „always on“ sind. Damit all dies allerdings nicht in Stress ausartet, achten sie auf ihre Work-Life-Balance, was in diesem Fall heißt: Wie vereinbare ich Beruf und Freizeit?

Um Vereinbarkeit der ganz anderen Art geht es bei den Müttern unter den blau-gelben Unternehmerinnen: Dass hier die starke Stimme auch nach Jahrzehnten immer noch gefordert ist, zeigte WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl: „Mir wurde früher einmal gesagt: KKK, Kinder, Kirche, Küche, das sind die drei Bereiche, wo die Frauen hingehören. Umso lauter fordert Frau in der Wirtschaft sowie die Zwettler FIW-Bezirksvertreterin Anne Blauensteiner: „Wir müssen unsere Kinder „fit for life“ machen – da gehört auch eine qualitativ hochwertige, flächendeckende Kinderbetreuung dazu!“

Die Landesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft, Waltraud Rigler betont: „Wir haben beim Thema Kinderbetreuung noch viel aufzuholen, zum Beispiel: Warum darf ein Au-Pair-Mädchen in Deutschland 30 Stunden arbeiten und in Österreich nur 19?“

FIW-Bundesvorsitzende und WKÖ-Vizepräsidentin Martha Schultz fragte, wieso Kinderbetreuung in Österreich nur bis zum zehnten Lebensjahr steuerlich absetzbar sei: „Auch ein 12-Jähriger braucht noch eine Betreuung!“

Die Wichtigkeit von Netzwerken hob Landesrätin Petra Bohuslav (VP) hervor, und meinte damit nicht nur die digitale Welt: „Natürlich leben wir in Zeiten von Facebook und Co, trotzdem ist der persönliche Kontakt von Angesicht zu Angesicht – auch vom Netzwerkgedanken her – unerlässlich.“

Familien-Coach Martina Leibovici-Mühlberger, die kürzlich mit ihrem Buch über die „Tyrannenkinder“ für Aufsehen gesorgt hat, riet den anwesenden Müttern, in der Erziehung ihren Hausverstand walten zu lassen: „Wir müssen unsere Kinder „fit for life“ machen – sie brauchen Leitung und Orientierung!“ „Und sie brauchen Grenzen“, fügte Pflichtschulinspektorin Monika Dornhofer hinzu. Sie rief dazu auf, im Schulsystem die Stärken zu stärken und nicht immer nur nach den Fehlern zu suchen: „Trotzdem braucht es auch den Mut, an den Schwächen zu arbeiten.“


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