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WALDVIERTEL/ZWETTL. Gerade beschäftigt sich eine einberufene Plattform mit der Frage, ob das Waldviertel eine Autobahn oder eine höherrangige Straße braucht, im Mai 2018 sollen erste Ergebnisse dieser Studien vorliegen. Für die Grünen Niederösterreich ist der „Bau einer Betonschneise“ im wahrsten Sinn des Wortes „für die Fisch“, sie küren das Projekt „Waldviertelautobahn“ zum Schildbürgerstreich des Jahres 2017.

Grüne NÖ rund um Helga Krismer und Silvia Moser küren das Projekt Waldviertelautobahn zum Schildbürgerstreich des Jahres 2017. Foto: Grüne NÖ

Die Pläne der ÖVP Niederösterreich und des neuen FPÖ Verkehrsministers Norbert Hofer bereits ab Mai 2018 mit der Evaluierung für das Projekt Waldviertelautobahn zu beginnen sorgen bei der Grünen Spitzenkandidatin Klubobfrau Helga Krismer für Kopfschütteln. Der „Bau einer Betonschneise“ ist im wahrsten Sinn des Wortes „für die Fisch“. Die Grünen Niederösterreich küren daher das Projekt Waldviertelautobahn zum Schildbürgerstreich des Jahres 2017.

„Daten-Highways statt Auto-Highways“

Helga Krismer dazu: „Was das Waldviertel jetzt braucht, ist keine weitere Betonschneise - sondern: einen Erhalt und die Reaktivierung des bestehenden Schienennetzes, einen direkten Anschluss der Franz Josefs Bahn nach Horn und in das obere Waldviertel, ein 365 Euro Öffi-Ticket für ganz Niederösterreich und selbstverständlich einen Breitbandausbau mit Glasfaser-Internet. Wir brauchen Daten-Highways und keine Auto-Highways.“

„Push-Button“: Ausbau des öffentlichen Verkehrs 

Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs wäre „der“ Push-Button für den Tourismus und ein Anreiz für Betriebsansiedelungen und die Schaffung von lokalen Arbeitsplätzen, damit das Waldviertel als Ort der Wohnqualität, als Bioregion und als die Gesundheits- und Erholungstourismusregion, die das Land eigentlich als Strategie vorgesehen hatte, erhalten bleibt, heißt es in der entsprechenden Aussendung.

„Autobahnphantasien – ein Wahlkampfgag“?

„Wer braucht eine fünf Milliarden Euro schwere Autobahn, mit einem Flächenverbrauch von 200 Hektar und einer Bauzeit von 15 Jahren? Die Autobahnphantasien können nur als Wahlkampfgag der ÖVP Niederösterreich bewertet werden, die dem neuen Regierungspartner Honig ums Maul schmieren möchte“, so Krismer.

Moser: „Zerschneidung der Landschaft“

Zwettls Grünen Obfrau Silvia Moser, aktuell auf dem dritten Listenplatz für die Landtagswahl, ergänzt „Die Waldviertler wissen selber was sie an ihrem Viertel haben und wollen sicher keine Zerschneidung der Landschaft dafür in Kauf nehmen. Dieses Bauprojekt führt nur zu sterbenden Ortskernen und Absiedelung! Österreich ist in Europa Spitzenreiter in der Versiegelung von Böden. Besinnen wir uns auf eine unserer Stärken – unsere intakte Natur! Bei dem Ruf nach mehr Straßen spielen die Kosten keine Rolle – das gleiche wünsche ich mir beim öffentlichen Verkehr!“

Weitere Stimmen zur Autobahn

Und was meinen die weiteren Spitzenkandidaten im Bezirk Zwettl dazu? Während Franz Mold (ÖVP) den Ausbau der Verkehrsverbindungen als „überlebenswichtig“ für die Region erachtet und auch Alois Kainz (FPÖ) darin eine Stärkung der Region sieht, hat für Herbert Kraus (SPÖ) der dreispurige Ausbau der Hauptstrecken Priorität. Denn die Autobahn wäre als Langzeitprojekt zu sehen, hier brauche es aber Sofortmaßnahmen.


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