Nächster großer Linzer Bühnenhit: Herr Jedlicka sorgt für lustige Frühschoppen-Theatermomente

Valerie Himmelbauer, Leserartikel, 01.12.2019 19:39 Uhr

LINZ. Eine kleine charmante Bühne im Theater in der Innenstadt, ein glänzend-talentierter Michael Kuttnig, und die mehr als humorvolle neue Geschichte über einen Linzer Trafikanten, der das Publikum an seiner Leidenschaft Schundheftl-Romane teilhaben lassen will, vom Linzer Erfolgsautor Oliver Erenyi - mehr braucht es nicht, und schon steht der nächste Bühnenhit parat.  

Nur einen überaus sympathischen Trafikanten, ein paar Groschenromane, Stammgäste, Briefmarkensammler, die in Herrn Jedlickas Trafik vorbeischauen, gepaart mit ein paar Lebensweisheiten und Geschichten, die nur das Leben schreiben kann: Die neue Schundheftl-Romanlesung vom Linzer Erfolgsautor Oliver Erenyi mit Schauspieltalent Michael Kuttnig in der Hauptrolle begeisterte das Publikum im Theater in der Innenstadt.

Schauspielstar mit jeder Menge Talent

Wie ein Alleinunterhalter, der nur auf sich selbst gestellt die Bühne im Theater in der Innenstadt mehr als Platzfüllend bespielt, strotzt Michael Kuttnig in der neuen Rolle als Trafikant Herr Jedlicka vor Schauspieltalent: Grandios, wie er zwischen Ehefrau Angie, seinem Vorgänger dem lungenkranken Onkel, dem deprimierten Stammkunden, oder einem Briefmarkensammler zwischen den Figuren hin und herspringt. Aber das ist noch längst nicht alles, nur mit seiner Gabe mit unterschiedlichsten Stimmlagen in die Figuren aus den Groschenromanen hineinzuschlüpfen und sie zum Leben zu erwecken, vollbringt er eine Meisterleistung. Herrlich wie Herr Jedlicka die Groschenromane, mit Hochkultur-Literatur vergleicht, uns sich klar für Ersteres ausspricht. Dem Briefmarkensammler („na ist eh ein schönes Hobby, wenn man sonst Nichts hat im Leben“) gesteht er verzweifelt, dass in ihm auch die Sammelleidenschaft steckt, vor allem für Schundheftln, hätte nicht seine geliebte Angi alle seine Sammlungen weggeschmissen. Von Sohn Franzi hebt seine Angi aber heute noch jedes Kunstwerk auf, auch wenn es nur ein krakeliger Strich ist, das will er so wirklich gar nicht verstehen, der unterdrückte Herr Jedlicka.

Mit Sammel-Leidenschaft ist man nicht allein

Aber nicht nur die Sammel-Leidenschaft, hätte ihm seine Frau genommen, auch „die Potenz, Würde und Lebenslust“. Bald erfährt man auch, wie unglücklich der Herr Trafikant über die Berufswahl seines Sohnes ist, er hat sich fürs Lehrerdasein entschieden: „Jeder soll doch sein Glück dort suchen, wo er will, aber bitte nicht in der Schule“. Natürlich wäre ohne Oliver Erenyis neue „Schöpfung“, in der eine Pointe auf die nächste folgt, nur die halbe Miete verdient, großes Lob an den genialen roten Faden, der sich durch das Stück und die Geschichte zieht: Man möchte eigentlich noch viel mehr aus Jedlickas Leben erfahren, das man eingebettet als Anmoderation für die Romane vorfindet. Kurz nach der Anekdote aus seinem Leben, geht es auch schon zur Liebesroman-Lesung: „Das muss ich Ihnen kurz vorlesen, das ist so schön geschrieben. Denn große Gefühle und große Dramen, kann man sich doch gar nicht mehr leisten, die findet man sowieso nur mehr im Groschenroman“, lädt Herr Jedlicka das Publikum ein, seine Leidenschaft zu teilen, denn in den Romanen ist die Welt noch in Ordnung. Dann geht es auch schon los mit „Bergkristall“, der an das Nachtkastl der Oma erinnert, auf dem sich in großer Schrift und extra leicht leserlich die Romane einst gestapelt haben. „Küss mich an der alten Kapelle. Ein wunderbarer Roman zwischen Tal und Gipfel“. Ein Fürstenroman, ein Arztroman („Kamille statt Pille, hat schon meine Großmutter gesagt), ein Western und eine Science-Fiction-Lesung folgen.

Nächster Hit von Linzer Erfolgsautor

Man hätte vielleicht eine der Lesungen einkürzen können, und noch mehr von der Figur Herr Jedlicka bringen können. Man ertappt sich schnell dabei, dass man gerne mehr hören will vom sympathischen Trafikanten. Erst durch Herrn Jedlickas Anekdoten, Kommentare und eigene Sichtweisen auf das Leben und die Liebe, wird das neue Bühnenstück im Theater in der Innenstadt zu etwas ganz Besonderem und Großartigen – ein Theater-Frühschoppen bei dem vor Lachen garantiert kein Auge trocken bleibt, mit einem Vollblutschauspieler, der selbst wenn er sich echauffiert über bösartige Lügen im Groschenroman noch unglaublich sympathisch wirkt und bei dem das ganze Leben von der Geburt bis zum Tod in Form von Grußkarten in nur ein einziges Wandregal passt.

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