Feuerhahn und Festmahlzeit

Lisa Stallinger Lisa Stallinger, Tips Jugendredaktion, 22.02.2017 20:05 Uhr

LONDON.  Beim Studieren in London ist Jugendredakteurin Lisa Stallinger pausenlos von vielen Kulturen umgeben und kommt regelmäßig in ganz neue Situationen, die meist mit scharfem Essen zu tun haben.

In meinem Kommunikationsdesign Kurs bin ich die einzige Österreicherin. Briten sind auch eine echte Besonderheit – ganze zwei Vertreter der englischen Kultur haben es in unseren Jahrgang geschafft. Der Rest der Klasse setzt sich aus einer Kanadierin, einer Litauerin, einer Norwegerin mit russischen Wurzeln, einer Französin, die in Dubai aufgewachsen ist, drei Südkoreanern und drei Taiwanerinnen zusammen. Neben meinen drei indischen Studienkolleginnen, die bevorzugt Englisch miteinander sprechen, weil ihre indischen Dialekte zu unterschiedlich sind, stellen meine sechzehn chinesischen Mitstudenten unbestritten die Mehrheit dar. Ein Wirbelsturm der Kulturen in jeder Unterrichstunde.

Neujahr verspätet

Meine letzte Gruppenarbeit hat mir eine Einladung zum chinesischen Neujahr eingebracht. Am 27. Jänner wurde der Start ins Jahr des Feuer-Hahns gefeiert. Das Datum variiert jedes Jahr, da es durch den traditionellen chinesischen Kalender festgelegt wird. Das Familienfest ist der wichtigste Feiertag in China und dauert mehrere Tage, wobei sehr, sehr viel Essen involviert ist. Also gar nicht so anders, wie unser Weihnachten.

Bereit für chinesischen Neustart

Da ich nicht wusste, was ich als Gastgeschenk mitbringen soll, habe ich mich mit im Internet schlau gemacht. Dabei kam ich auf zwei glückbringende Schriftzeichen, die ich in aufwendiger Kleinarbeit nachbastelte. Im Haus angekommen wurde ich aufgeregt empfangen und sofort zum Tisch eskortiert. Dort reihten sich massenhaft verschiedene Gerichte aneinander. „Wir haben auch nicht scharfes Essen für dich!“ Trotzdem musste alles gekostet werden. Als ich meine chinesischen Zeichen überreichte, bricht große Aufregung aus, es wird gejubelt und meine Glückwünsche werden durch die gesamte Festtagsgesellschaft auf der Haustüre platziert. Zum Abschluss wurde gespielt. Meine chinesischen Freunde lieben Glücksspiele und an diesem Abend hatten sie sehr viel Glück. Lag wohl an meinem Mitbringsel.

 

Tagesaktuelle Geschehnisse aus London auf Instagram @lisaschneeweiss oder meine Arbeiten auf www.lisastallinger.at

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