Ein zu Hause weit weg von daheim

Laura  Grasböck Laura Grasböck, Tips Jugendredaktion, 01.08.2018 11:17 Uhr

OKLAHOMA. „Wow, da bist du aber ganz schön mutig, so ganz alleine nach Amerika zu gehen.“ Solche und andere Kommentare zu meinem Vorhaben ein Auslandssemester in Oklahoma anzutreten, haben mich nicht von meiner Idee abbringen können. Zu neugierig war ich darauf eine ganz neue Kultur, neue Menschen und Lebensgewohnheiten kennen zu lernen, und vor allem, Erfahrungen fürs Leben zu gewinnen.

 

Mein Vater, der den Einfall hatte, dass meine Familie einen Austauschschüler aufnehmen könnte, hat bei mir genau die gegenteilige Idee erweckt, selber ins Ausland zu gehen. Gemeinsam mit ihm habe ich begonnen, mehr darüber herauszufinden und meine Begeisterung dafür begann stetig zu wachsen. Internetrecherchen, Preise vergleichen und Erfahrungsberichte lesen – der Weg zur perfekten Reiseorganisation war ein intensiver, aber dafür einer, der sich gelohnt hat. Am Ende habe ich mich für einen Schüleraustausch mit „into“ entschieden und es auch nie bereut. Ich wurde vom ersten bis zum letzten Tag begleitet und es wurde mir mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Nach einem Vorbereitungswochenende in Wien verging die Zeit bis zum Flug, wie im Flug und nachdem ich meinen Koffer gefühlte 17 Mal ein und wieder ausgepackt habe, um zu kontrollieren, dass ich wirklich nichts vergessen habe, ging's dann endlich los.

 

Lieber auf die billigen Plätze

Ich, unerfahren wie ich war, suchte mir für meinen zehn Stunden Flug nach Washington einen Fensterplatz in der riesigen Flugzeugmaschine aus. Heute weiß ich – schlechte Idee. Auch wenn man vielleicht nicht klaustrophobisch ist, fühlt man sich doch sehr in die Ecke gedrängt, und nachdem man seinen Sitznachbar zum vierten Mal vom Platz aufgejagt hat, um kurz auf die Toilette zu gehen, nervig noch dazu. Also Tipp Nummer eins – wenn möglich einen Sitz am Gang aussuchen.

Mit großen Augen starrte ich, die mit Waffen ausgestatteten Sicherheitskräfte an, die mich am Zielflughafen empfingen. Was für ein Glück, dass mich meine Gastfamilie, direkt vom Gepäckband abgeholt hat und nach der anfänglichen unbeholfenen Begrüßung und dem ersten Austausch, fühlte ich mich sofort an – und aufgenommen.

 

In ein neues Leben stürzen

Es kann schon überwältigend sein, sich plötzlich ein Zimmer mit Stockbett zu teilen, plötzlich drei jüngere Geschwister anstelle eines älteren Bruders zu haben, plötzlich von einer Schule mit 1000 in eine High-School mit 350 Schülern zu wechseln.

Meine Gastschwester Kathryn, wurde nach kurzer Zeit schon zu meiner engsten Vertrauten. Ob in der Schule, oder in der Freizeit, wir verbrachten fast jede Minute miteinander. Und nachdem die erste Schüchternheit überwunden war und ich neue Freundschaften mit anderen Mitschülern geschlossen hatte, fühlte ich mich endgültig wie zu Hause.

Die Schule an sich war fantastisch. Sich seinen eigenen Stundenplan zusammenzustellen, mit Lehrern wie mit Freunden umgehen und kaum Hausaufgaben, geschweige denn Tests für die man lernen müsste zu bekommen, ich hab mich gefühlt wie im Traum.

Das Familienleben war turbulent, mit nun vier Kindern, einem Hund und meinen Gasteltern gab es kaum eine ruhige Minute in dem kleinen Vorstadthaus. Es wurde gespielt, genörgelt, gelacht und geweint, die Tage zerflossen ineinander. Langweilig wurde es nie. 

 

Und was wenn's Probleme gibt?

Kommunikation. Wenn etwas nicht passt – sagen. Wenn man Heimweh bekommt – darüber sprechen. Wenn alles zu viel wird, einmal nichts funktioniert, die Herausforderungen zu groß erscheinen – reden, reden, reden. Ich spreche aus Erfahrung, sobald man sich jemandem anvertraut hat, erscheint das Problem nur noch halb so groß und nur noch ein Viertel so schlimm.

 

Einmal geht's noch, weil's so schön war

Ein Auslandssemester anzutreten war die beste Entscheidung, die ich hätte machen können. Nicht nur habe ich unzählbar viele Eindrücke gewonnen, ich habe meine Grenzen immer wieder überwunden und sowohl über die Menschen in den USA, als auch über mich selbst viel Neues gelernt.

Schon bevor ich wieder in Österreich war, wusste ich, es wird mich wieder in die Ferne ziehen. Und weil's im Ausland so schön war, werde ich demnächst ein freiwilliges soziales Jahr in Frankreich antreten.

 

Mehr Infos gibt es unter https://into.at/schueleraustausch/

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