Am Bärentrail durchs Waldviertel

Online  Redaktion Tips Redaktion Online Redaktion, 23.08.2016 14:54 Uhr

RAPPOTTENSTEIN/ZWETTL. Anfang Juni wurde der neue Wanderweg „Bärentrail“ eröffnet. Wanderer und Naturfreunde können entlang unterschiedlicher Routen die Naturwunder des Waldviertler Hochlandes kennenlernen. Ein besonders schöner Abschnitt liegt zwischen Rappottenstein und dem Lohnbachfall.

Von ERICH SCHACHERL

Der Bärentrail ist ein sehr gelungenes Projekt. Zum einen führ t er durch einige der schönsten Gebiete des Waldviertels, andererseits wirkt er sich positiv auf die touristische Belebung der Region Waldviertler Hochland aus. Es gibt den Großen Bärentrail mit 69 Kilometern (km), der Kleine Bärentrail ist 25 km lang. Start und Ziel beider Routen ist das Bärenschutzzentrum Bärenwald in Arbesbach. Je nach Lust und Laune können aber auch einzelne Abschnitte von verschiedenen Ausgangspunkten begangen werden. Ich habe mir zum Kennenlernen des Bärentrails einen Abschnitt zwischen Rappottenstein und dem Lohnbachfall ausgesucht. Weitere Informationen sind auf der Webseite www.baerentrail.at zu finden.

 

Naturwunder Kamptal

Der Kleine Kamp zwängt sich südwestlich von Rappottenstein durch ein enges Tal und ist an einigen Passagen mit unzähligen Granitbrocken übersät. Ohne Zweifel zählt die „Steinwildnis Schütt“ zu den schönsten Plätzen des Waldviertels überhaupt. Nach einigen Tagen starker Regenfälle präsentiert sich mir der Fluss als reißender Strom, ein wildes Wasser, das tosend und schnell durch das Flussbett rast.

Ich habe den Wagen am Parkplatz beim Gemeindebauhof in Rappottenstein abgestellt und bin entlang der Asphaltstraße hinunter zum Kamp geschlendert. Nach dem Werksgelände verlässt der Bärentrail die Zufahrtsstraße zur berühmten Burg, wendet sich nach rechts und führt ins Flusstal. Die Markierung – eine braune Bärentatze auf gelbem Untergrund – ist ausgezeichnet, an einigen Stellen sind auf Tafeln interessante Informationen zur Gegend zu erfahren. Ich tauche ins saftige Grün der Wälder ein, bin vom Wasser verzaubert und genieße etwa 70 Minuten lang diese Märchenwelt bis ich die Wiesmühle erreiche. Hier verlässt der Weg das Kamptal, die Gegend verändert sich, Wiesen und Felder säumen den Weg, der Geruch heranreifenden Getreides umgibt mich, Waldboden weicht Asphalt. Ich passiere die Ortschaft Pehendorf, bald danach erreiche ich den ungewöhnlichen und interessanten Skulpturenpark „Kunst zwingt Rost“ des Künstlers Helmuth Hammel. Hier verlasse ich die Straße wieder und nähere mich auf einem Forstweg dem zweiten Naturwunder des heutigen Tages, dem Lohnbachfall. Etwa drei Stunden nach dem Abmarsch in Rappottenstein erreiche ich dieses Ziel. Ein weiterer einzigartiger Ort!

Naturdenkmal

Auch hier hat der Regen hohen Wasserstand verursacht, was den Lohnbach über die Steilstufe schießen und die wildromantische Schlucht besonders attraktiv erscheinen lässt. Ich suche mir einen Rastplatz, lasse mich vom Tosen und Gurgeln des Wassers berühren und genieße mein Sein.

Eine Stunde später gehe ich zurück, dabei folge ich exakt meinem Hinweg. Zwei Stunden benötige ich, bis ich wieder den Ausgangspunkt der Tour erreiche.

 

GEHZEIT: zirka 5 Stunden (zirka 16 km)

WEGBESCHAFFENHEIT: Forstwege, Asphaltstraßen

 

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