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HASLACH. Mit der Reaktivierung der traditionellen Wiesenbewässerung in der Böhmerwaldregion überzeugte die Naturschutzjugend önj Haslach beim größten Biodiversitätswettbewerb Österreichs.

Auf einer 2,5 Hektar großen Wiese in Ulrichsberg hat die önj Haslach das Grabensystem wieder hergestellt. (Foto: önj Haslach)

240 Projekte zum Schutz und Erhalt der natürlichen Vielfalt wurden für den Grand Prix der Biodiversität, der vom Naturschutzbund gemeinsam mit dem Klimaschutzministerium ausgeschrieben wurde, eingereicht. Die Jury hatte die Qual der Wahl und kürte 70 Siegerprojekte, die mit jeweils 5.000 Euro aus dem Biodiversitätsfonds belohnt wurden.

Die önj Haslach wurde für ihr Bemühen um die Wiesenbewässerung ausgezeichnet. Auf einer 2,5 Hektar großen Wiese in Ulrichsberg wurde das Grabensystem wieder hergestellt, mit dem früher im Frühjahr und im Herbst Wasser auf die Wiesen geleitet wurde.

Die „Mutter des Ackers“

Karl Zimmerhackl erklärt: „Das Wasser hat Schlamm mitgebracht, der eine düngende Wirkung hatte. Dadurch brachte man nicht nur die Schädlinge weg, sondern es gab auch viel früher und mehr Grünfutter. Es konnten mehr Kühe gehalten werden, die wiederum mehr Mist erzeugten, der dann auf den Acker ausgebracht wurde. Deshalb wurden die Wiesen auch als „Mutter des Ackers“ bezeichnet.“ Noch in den 1950er-Jahren seien alle verfügbaren Dorfbewohner mit Grabenhacke und Grabenhaue ausgerückt, um die Wassergräben regelmäßig instandzusetzen. „Entlang der Großen Mühl wurden unglaublich große Flächen bewässert. Heute fehlen dazu sowohl die notwendigen Arbeitskräfte und auch die speziellen Werkzeuge für die Grabensanierung“, berichtet der Haslacher. Zudem führen die Böhmerwald-Bäche im Herbst zu wenig Wasser, im Frühjahr bei mehreren Schneeschmelzen den richtigen Zeitpunkt fürs Wässern zu finden, sei ebenfalls schwierig. Die Wasserwiese in Ulrichsberg ist jedenfalls ein Versuch, das traditionelle System wieder in Gang zu bringen. Sobald ausreichend Wasser im Klafferbach rinnt, wird der Zulauf geöffnet und die Wiese gewässert.

Im Rahmen des Projektes wird im kommenden Frühjahr eine Dokumentation mit dem Titel „Traditionelle Wiesenwässerung in der Mühlviertler Böhmerwaldregion“ erscheinen.

Einsatz für vielfältige und bunte Natur

Klimaschutzministerin Leonore Gewessler lobte angesichts der vielen Projekteinreichungen den „Einsatz für eine vielfältige und bunte Natur“. Dieser sei von unschätzbarem Wert. „Mit dieser Initiative setzen wir gemeinsam ein starkes Zeichen gegen den Verlust der Arten.“ Roman Türk, Präsident des Naturschutzbund Österreich, ergänzt: „Mit dem Grand Prix können wir nun siebzig wirkungsvolle Projekte in die Umsetzung bringen, die nicht nur dem Schutz der Natur dienen, sondern auch beweisen, dass jede und jeder etwas für die Artenvielfalt tun kann.“


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