Ein Zuhause, in dem man Wurzeln schlagen kann: Haus Sonnenwald eröffnet
AIGEN-SCHLÄGL. Gedacht für bis zu 20 Bewohner mit Beeinträchtigung und deren Betreuungspersonen, platzte das Haus Sonnenwald bei der Eröffnung am Montag Abend aus allen Nähten.

„Wir wollten mehr als ein weiteres Bauwerk errichten – und haben einen Lebensmittelpunkt für 20 Menschen mit Beeinträchtigung und dazu einen Kurzzeitpflegeplatz geschaffen“, freute sich Arcus-Geschäftsführer Franz Stadlbauer, dass hier am Grünen Weg in Aigen-Schlägl ein Wohnhaus mit Rundum-Betreuung nach individuellen Bedürfnissen entstanden ist. „Die Bewohner und ihre Angehörigen haben die Gewissheit auf ein schönes, sicheres Zuhause und die 32 Mitarbeiter einen guten Arbeitsplatz in der Umgebung“, betonte Stadlbauer. „Im Haus Sonnenwald sollen sie eine Heimat finden und Wurzeln schlagen.“
Fest voller Lebensfreude
Anfang Mai sind die ersten Bewohner eingezogen, seit Juni herrscht Vollbelegung. Jetzt wurde das Haus Sonnenwald mit einem Fest voller Lebensfreude eröffnet. Und diese war auch spürbar – durch Thomas, der durch die Menge an Festgästen wandelte und gleich Kontakt suchte; durch die leidenschaftlichen Sänger, die das Motto des Hauses „Langsam wachs ma zamm“ kreativ darstellten; bei den Ansprachen der Ehrengäste, die allesamt das Miteinander und die Gemeinschaft in den Fokus rückten. So wünschte etwa Arcus-Aufsichtsratsvorsitzender und Sozialsprengel-Obmann Max Wiederseder, dass die Aigen-Schlägler keine Berührungsängste haben. „Der wertschätzende Umgang miteinander tut jedem gut“, meinte er.
Auf gutem Weg
Besonders dankbar für diese Eröffnung zeigte sich Sozialhilfeverbands-Obfrau Wilbirg Mitterlehner, die weiß, dass noch mehr solcher Betreuungseinrichtungen notwendig sind. „Wir sind aber auf einem guten Weg“, wies sie auf das Lebenshilfe-Wohnhaus in St. Peter hin, das Anfang Oktober eröffnet wird, sowie auf die bereits bestehenden betreuten Wohnplätze.
Bei Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer stieß sie auf offene Ohren: „Viele Menschen warten auf einen Wohnplatz. Wir bräuchten in Oberösterreich noch 800 zusätzliche Plätze und der Bedarf steigt“, zeigte sie auf. Auch der Kurzzeitplatz, der im Haus Sonnenwald eingerichtet wurde, sei wichtig: „Eltern und Angehörige können so eine Auszeit nehmen und Kraft tanken“, sagte Gerstorfer.
Symbolhafter Name
Der Name des Hauses leitet sich übrigens vom „Sonnenmann“ ab – so wurde der erste Abt des Stiftes Schlägl Martin Greysing genannt, der im 17. Jahrhundert im heutigen Vereinshaus das Martinsspital für Alte, Kranke und Schwache gegründet hat – und vom Böhmerwald, der für die Verwurzelung in der Region steht. Abt Lukas Dikany wünschte allen Bewohnern, dass für sie möglichst oft die Sonne im Haus Sonnenwald aufgeht – durch ein gutes Wort, durch die Begegnung mit lieben Menschen, durch das Zuhause und die schöne Perspektive fürs Leben, die sie hier gefunden haben.


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