Permakultur ist viel mehr als Gärtnern: Ausbildungszentrum startet
AIGEN-SCHLÄGL. Keine sieben Jahre ist es her, seit Roswitha Diaz Winter ihren Bio-Gemeinschaftsgarten in Wurmbrand eröffnet hat, aus dem auch eine Permagruppe entstanden ist. Die Aigen-Schläglerin geht jetzt noch einen Schritt weiter und startet ein Ausbildungszentrum für Selbstversorgung und Permakultur. Nicht nur, aber auch um dem Klimawandel entgegenzutreten.

„Permakultur ist alles, was in irgendeiner Form den ökologischen Fußabdruck reduziert. Das ist viel mehr als Gärtnern“, bringt es Roswitha Diaz Winter auf den Punkt. „Man gestaltet die Landschaft und das eigene Leben, um mit relativ wenig Mitteln ein positives, ertragreiches Leben zu führen.“
Genau das will die Bio-Landwirtin in ihren Kursen vermitteln. Dazu hat Diaz Winter aus der 50 m2 großen, ehemaligen Wagenhütte einen gemütlichen Seminarraum mit Küche gemacht, der ausreichend Platz für Vorträge, Seminare, für Kochkurse oder auch für Bewegungsangebote bietet. Gleich daneben findet sich ein kleiner Kellerraum, den sie fürs Kühlen ganz bewusst ohne Estrich gestaltet hat – ganz nach dem Prinzip der Permakultur, bei der man eben das Vorhandene optimal nutzt.
Möglichkeiten sehen, nicht Hindernisse
Mit ihrem Ausbildungszentrum Wilde Rose will Roswitha Diaz Winter alle ansprechen, die eine Veränderung im Leben bewirken wollen. Das führe auch zu einer persönlichen Entschleunigung, weiß sie aus Erfahrung. „Hier werden Themen vermittelt, die wir in den nächsten Jahren brauchen werden“, spricht sie die Herausforderungen des Klimawandels an. „Diese sind groß, aber es gibt immer einen Weg. Wir wollen Optimismus verbreiten und Möglichkeiten sehen, nicht die Hindernisse.“
Flexibles Kursangebot
Für Einsteiger bietet Diaz Winter den Jahreskreis für zeitgemäße Selbstversorgung an. „Einmal im Monat von Februar bis November lernt man alles, was man für die persönliche Selbstversorgung braucht“. Die Kunst eigene Pflanzen zu kultivieren, sie zu ernten und zu verarbeiten, Putzmittel selbst herzustellen, Wolle zu spinnen oder Textilien zu färben. Intensiver wird es dann in den Einzelseminaren, die alle flexibel gebucht werden können. Wer überhaupt erfahren will, wobei es bei der Permakultur geht, für den bietet sich der eintägige Basis-Kurs an. Außerdem gibt es einen Zertifikatskurs oder einen Praxiskurs. Wieder andere Angebote drehen sich um die Gartengestaltung oder um die Nutztierhaltung, denn „bei der Permakultur sind Tiere wesentliche Mitarbeiter. Sie werden gezielt eingesetzt – etwa Hühner, um das Glashaus zu heizen.“ Angebote für die Gesundheit und für Kinder ergänzen das Ausbildungsprogramm der Wilden Rose, das von Roswitha Diaz Winter und von Profis vor Ort abgehalten wird.
Monatlicher Stammtisch
Wie gewohnt gibt es auch wieder monatliche Stammtische der Permagruppe Böhmerwald. Und der Gemeinschaftsgarten, der am Gelände der Landesgartenschau entstanden ist, ist um zusätzliche Felder angewachsen und bietet somit Platz für neue Mitglieder.
Alle Angebote des Ausbildungszentrums Wilde Rose richten sich an Gruppen mit maximal sieben Personen. Mehr Infos und das ganze Kursprogramm gibt es auf www.wilderose.at oder unter Tel. 0664/56 86 907. Wunschtermine sind ebenfalls möglich.


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