Naturtipp: Moor ist nicht gleich Moor
Zu den schönsten und mystischsten Orten des Böhmerwaldes gehören sicherlich seine Moore. Diese glänzen aber nicht nur mit Schönheit, sondern auch mit Vielfalt.

Moore entstehen dort, wo durch ständige Nässe Pflanzenreste nicht vollständig abgebaut werden können und sich so der bekannte Torf bildet. Grob unterteilt werden Moore in Niedermoore und Hochmoore. Niedermoore stehen noch in Kontakt mit dem nährstoffarmen Grundwasser und bilden oft auch einen fließenden Übergang mit Feuchtwiesen. Hochmoore hingegen werden nur mehr aus dem Niederschlagswasser (Regen) gespeist. Dort herrschen daher besonders karge Bedingungen vor. Meist sind es auch die Hochmoore, an die man beim Begriff „mystisches Moor“ denkt.
Jedem Moor seinen Baum
Doch auch die Hochmoore können recht unterschiedlich ausgeprägt sein. Es gibt Latschenhochmoore wie das bekannte Tannermoor im Unteren Mühlviertel mit dichten undurchdringlichen Latschenbeständen. Dann gibt es Hochmoore aus Spirken (baumförmige Latschen) wie die Bayrische Au bei Aigen-Schlägl, die eher einem Moorföhrenwald gleichen. Im Böhmerwald kommen darüber hinaus kleine Flächen von Fichtenhochmooren vor, wo Latschen und Spirken fehlen, dafür Fichten in bizarrer Zwergwuchsform ihr Dasein fristen. Bei vielen größeren Mooren öffnen sich oft auch Flächen ohne Baum- oder Latschenbewuchs mit Moortümpeln oder Schlenken als Blickfang. Im Spätfrühjahr beeindruckt auf diesen Flächen die Pracht der weiß „blühenden“ Wollgräser.
Viele Namen
So vielfältig die Moore sind, so zahlreich sind auch die Bezeichnungen die die Menschen dafür gefunden haben. Im Bayrischen Wald und Mühlviertel gibt es neben Mooren unter anderem auch „Auen“, „Haidl“ und „Filze“. Bei unseren tschechischen Nachbarn findet man hingegen ein „luh“, „rašelinište“ oder „slat“ vor.
Diesseits und jenseits der Grenze verdienen diese schönen Kleinode aber unseren besonderen Schutz.
Verfasser:
Josef Springer


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