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AIGEN-SCHLÄGL/ST. PETER. Aus dem vor drei Jahren angesprochenen Lichtblick ist ein Sonnenstrahl geworden: Denn die dringend notwendigen betreuten Wohnplätze für Menschen mit Beeinträchtigung werden jetzt endlich Realität. Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer hat die fixe Zusage für Wohnprojekte in Aigen-Schlägl und St. Peter gegeben.  

  1 / 2   In unmittelbarer Zentrumsnähe entstehen 21 vollbetreute Wohnplätze für Menschen mit Beeinträchtigung (v.r.): Franz Stadlbauer, Elisabeth Höfler, Birgit Gerstorfer, Max Wiederseder und Werner Gahleitner mit Ursula und Reinhold Schaubmair (mit Moritz und Linus) bei einem Lokalaugenschein. Foto: Gahleitner

Wie dringend der Bedarf im Bereich Wohnen ist, zeigt Arcus-Geschäftsführer Franz Stadlbauer auf: „Alleine in den Arcus-Werkstätten im Bezirk Rohrbach arbeiten 155 Klienten. 120 davon leben zu Hause bei ihren Eltern oder Angehörigen - das sind rund 80 Prozent, die von Familienmitgliedern betreut werden.“ 21 Wohnplätze (inklusive ein Kurzzeitwohnplatz) wird das Arcus-Haus Sonnenwald am Grünen Weg in Aigen-Schlägl bringen. Auf jeweils einer eigenen Ebene werden drei differenzierte Wohngruppen untergebracht. „Die Mehrheit der Bewohner wird tagsüber in die Werkstätten zur Arbeit fahren, nur die Seniorengruppe bleibt im Haus“, informiert Stadlbauer. Er ist überzeugt, dass die Menschen mit Beeinträchtigung in Aigen-Schlägl ein gutes Zuhause finden werden, „sie sind hier eingebettet in ein gutes Lebensumfeld und wir wollen über freiwillige Sozialbegleitung oder ein Mentoringprogramm auch die Bevölkerung einbinden.“

Optimaler Standort

Bürgermeisterin Elisabeth Höfler ist überzeugt, dass der Standort nicht besser sein könnte: er liegt mitten in der Gemeinde in einer verkehrsberuhigten Zone, der Marktplatz ist behindertengerecht erreichbar. „Das Projekt bedeutet für Eltern von beeinträchtigten Kindern eine große Entlastung. Außerdem haben auch Menschen mit Beeinträchtigung das Recht auf ein Leben in den eigenen vier Wänden, mit professioneller Unterstützung“, betont Höfler.

15 Wohnungen in St. Peter

Zentrale Lage und ein gutes Wohnumfeld zeichnen auch das Wohnhaus in St. Peter aus, für das die Lebenshilfe die Zusage erhalten hat. 15 Personen mit intellektueller Beeinträchtigung wird dieses ein Zuhause bieten, zusätzlich ist ein Wohnplatz für die Kurzzeitunterbringung vorgesehen. „Es ist das erste Lebenshilfe-Projekt, das wir im Bezirk Rohrbach realisieren“, informiert Geschäftsführer Gerhard Scheinast, „wir starten sofort mit den Bauausschreibungen, um ehestmöglich eine Erleichterung für die Menschen in der Region zu schaffen.“ Bürgermeister Engelbert Pichler ergänzt: „Aufgrund der zentralen Lage der Wohnanlage beim Nahversorgungszentrum ist die Integration und Kommunikation der Bewohner mit der Gemeindebevölkerung gesichert. Wir möchten auch den Garten mithilfe einer Bausteinaktion gestalten.“

Baubeginn ist für beide Wohnhäuser im Sommer bzw. Herbst 2017.

Bemühungen hören nicht auf

Mit diesen Projekten können die dringlichsten Bedarfe im Bereich Wohnen etwas gemildert werden. Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer (SP) meint dazu: „Es macht Freude, ein paar zusätzliche Plätze zu schaffen - auch wenn diese noch nicht ausreichen, die Warteliste abzubauen.“ Sie werde intensiv  daran arbeiten,  die vorhandenen Angebote zu erweitern, kündigt Gerstorfer an. Gerade die regionale Versorgung ist hier wichtig, worauf auch Reinhold Schaubmair, ein betroffener Vater, hinweist. Er kenne viele Familien, die ihre Kinder nicht weiter weg geben wollen und deshalb zu Hause betreuen.


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