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AIGEN-SCHLÄGL. 130 Jahre  nach der ersten Fahrt der Mühlkreisbahn, gab die Jubiläumsveranstaltung in der Bioschule Schlägl Zuversicht und Hoffnung für deren Zukunft. Alle Festredner sprachen sich für den Fortbestand der Zugverbindung bis Aigen-Schlägl aus und auch dafür, dass die langjährigen Forderungen nach mehr Tempo und besserer Taktfrequenz erfüllt werden. Da passt es gut, dass sich auch die Bürgermeiste geschlossen für die Mühlkreisbahn einsetzen.

  1 / 14   Eine Fahrt mit dem Cityjet im neuen Design brachte viele Festgäste zum Jubiläum nach Aigen-Schlägl (v.l.): Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner, Abt Martin Felhofer, ÖBB-Infrastruktur AG Vorstandsmitglied Silvia Angelo, Bürgermeisterin Elisabeth Höfler, Landtags-Präsident Viktor Sigl, Bezirkshauptfrau Wilbirg Mitterlehner, Zu(g)kunft-Sprecher Alois Hain, Bürgermeistersprecher Wilfried Kellermann, Robert Struger Foto: Gahleitner

Bei der letzten Bürgermeisterkonferenz haben alle Ortschefs aus dem Bezirk Rohrbach einstimmig beschlossen, positive Stimmung für die Mühlkreisbahn zu verbreiten, informierte Bezirkshauptfrau Wilbirg Mitterlehner. „Wir legen ein klares, motivierendes Bekenntnis für unsere Regionalbahn ab.“ Ein Kernteam hat außerdem Wünsche, machbare Vorschläge und die Vorteile der Bahn ausgearbeitet. Da geht es um eine schnellere Verbindung, bessere Taktfrequenz, um die Anbindung an den Hauptbahnhof. Alles Forderungen, die von der unabhängigen Plattform Zu(g)kunft Mühlkreisbahn schon lange kommen. „Wir haben einen Hoffnungsschimmer, nein ein klares Licht von der ÖBB und der Landesregierung erblickt, das müssen wir jetzt wahrnehmen“, meinte Mitterlehner.

Sie sprach damit auch ihre Vorredner an, die sich ebenfalls für die Attraktivierung der Regionalbahn aussprachen.

Erstmaßnahme für Investitionen

Nachdem das Schmalspurprojekt Regioliner vor zehn Jahren beinahe der Todesstoß für die Mühlkreisbahn gewesen war, sei jetzt der Grundstein für die Zukunft gelegt, berichtete Landesrat Günther Steinkellner: „Im 10-jährigen Zukunftsvertrag ist bereits ein Fahrplan von 2019 bis 2029 festgelegt.“ Dieser muss noch im Landtag beschlossen werden. „Die Schiene wird Hauptverkehrsknoten der Zukunft“, ergänzte er. Denn „der Platz wird enger, Parkplatz teurer, die Autos mehr und das werden die Straßen nicht packen. Wir müssen deshalb auf Schienenverbindungen setzen und diese erhalten.“

Für Landtagspräsident Viktor Sigl sind die Gemeinden der Schlüssel: „Wenn wir alle zusammenhelfen, dann nimmt die Mühlkreisbahn ein Happy End“, ist er überzeugt. So wie damals vor 130 Jahren brauche es strategische Überlegungen, um alle Interessen der Pendler, Schüler, Touristen, Unternehmer unter einen Hut zu bringen.

Über die neue Brücke zum Hauptbahnhof

Seit Anfang Juli befindet sich die neue Donaubrücke Linz im Bau. Die Mühlkreisbahn soll künftig über diese Brücke und durch das Linzer Stadtgebiet bis zum Hauptbahnhof fahren. Die Zukunftsvision sieht auch die Einbettung der Regionalbahn in das S-Bahn-System vor.

Nebenstrecken werden nicht vergessen

Die ÖBB ist dabei natürlich ein wichtiger Partner des Landes. „In die Hauptverkehrsstrecken wird investiert, weil wir im Wettbewerb mit der Straße stehen. Aber deswegen fallen kleine Strecken nicht unter den Tisch. 1,7 Milliarden Euro fließen in den nächsten sechs Jahren in den öffentlichen Verkehr in Oberösterreich“, zeigte ÖBB-Vorstandsdirektorin für Infrastruktur Silvia Angelo auf. Gemeinsam mit den vielen Ehrengästen war auch sie mit dem Zug nach Aigen-Schlägl angereist – und „ja, ich habe jede Langsamfahrstelle, von der mir bereits berichtet wurde, wiedergefunden und ich nehme meine Eindrücke mit nach Wien“, betonte sie.

Gastgeber Abt Martin Felhofer, der gerade erst das 800-jährige Jubiläumsjahr im Stift Schlägl eröffnet hat, meinte abschließend, ganz ihrem Namen entsprechend sei sie ein „unsterblicher Engel, wenn sie die Mühlkreisbahn mobilisiert.“

Zur Geschichte

Seit 18. Oktober 1888 durchschneidet die Mühlkreisbahn den schönsten Teil des Mühlviertels, wie in der Wiener Zeitung vor 130 Jahren zu lesen war. Erste Überlegungen zu einer Zugverbindung in das westliche Mühlviertel gab es aber bereits 20 Jahre zuvor – auch weil damals die Straßen sehr schlecht waren. Chancen sah man vor allem für den Transport von Leinen, Lederwaren, Holz (die Mühlkreisbahn war der Grund, dass die Holzschwemme über den Schwemmkanal aufgegeben wurde) und Vieh für den wöchentlichen Rohrbacher Viehmarkt. Nach einigen Varianten entschied man sich schließlich für die Neufeldner Linie, denn „diese berühre eine große Anzahl bedeutender Orte.“ Herausforderung war der Saurüssel mit einer Steigung von 46 Promille, die auch heute noch die größte Steigung der ÖBB in Österreich ist.

1885 wurde mit dem Bau der 58 Kilometer langen Bahnstrecke begonnen, 1888 konnte diese eröffnet werden. Ursprünglich war auch die Erweiterung nach Südböhmen angedacht, der Erste Weltkrieg hat  diesen Bau allerdings verhindert.


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