Biomasse-Heizwerk in Aigen-Schlägl öffnete seine Pforten
AIGEN-SCHLÄGL. Um auf die Bedeutung des wichtigsten heimischen Energieträgers, die Bioenergie, aufmerksam zu machen, öffneten am Nationalfeiertag mehr als 60 Heizkraftwerke ihre Tore. Auch in Aigen-Schlägl konnten sich die Besucher über den erneuerbaren Energieträger informieren.

Seit 28 Jahren ist das Biomasseheizwerk in Aigen-Schlägl in Betrieb, das mit einer Gesamtleistung von 7.300 kW der beiden Heizkessel zu den größten Oberösterreichs gehört. „Rund 10.000 MWh Energie werden erzeugt, fast ausschließlich mit Hackgut. Nur als Ausfallreserve ist ein Ölkessel im Einsatz“, informierte Bioenergie-Geschäftsführer Johann Reiter die Besucher. 1 Million Liter Heizöl pro Jahr und eine CO2-Belastung von 2.800 Tonnen konnte Aigen-Schlägl in diesen 28 Wintern erspart werden. Derzeit wird die Anlage auf den neuesten Stand der Technik gebracht.
Holz ist wertvoller Brennstoff
Landesweit macht der Anteil der Bioenergie 55 Prozent unter den erneuerbaren Energien aus – noch weit vor der Wasserkraft. 80 Prozent der energetisch genutzten Biomasse basieren auf Holz, das überwiegend aus heimischen Wäldern stammt. Trotz der steigenden Holznutzung ist der Vorrat in den Wäldern in den vergangenen 50 Jahren um rund 50 Prozent gestiegen.
„Über 10 Milliarden Euro gibt Österreich noch immer für Energieimporte aus. Milliarden fließen für Erdöl, Erdgas, Kohle- und Atomstrom in oftmals politisch instabile Länder. Dabei wächst die Energie vor unserer Haustür“, zeigt Franz Titschenbacher, Präsident des österreichischen Biomasse-Verbandes auf. Gerade heuer führten etwa Trockenheit und Borkenkäfer zu einer Rekord-Schadholzmenge, die nur mit Hilfe der Bioenergie-Branche bewältigt werden kann.
Bioenergie statt Erdöl
Bei entsprechender Senkung des Energieverbrauchs könne Bioenergie bis 2030 Erdöl als wichtigste Energiequelle ersetzen, ohne dabei auf die Nachhaltigkeitsgrenzen zu stoßen, ist Titschenbacher überzeugt. Dafür müssten aber alle erneuerbaren Energien ausgebaut und Rohstoffpotenziale aus der Land-, Forst-, Holz- und Abfallwirtschaft mobilisiert werden.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden