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Aufzeigen, was Gewalt und Krieg anrichten: Arzt kämpft gegen den Waffenhandel

Martina Gahleitner, 23.01.2017 06:05

ALTENFELDEN. Michael Schober weiß, was Waffengewalt anrichten kann. Denn bevor er vor knapp einem Jahr Gemeindearzt in Altenfelden wurde, war er lange Zeit in Kriegs- und Krisengebieten in Afrika, Südamerika und Asien tätig. Heute setzt er sich als Vizepräsident der internationalen Ärzteorganisation IPPNW für friedliche Lösungen ein und kämpft gegen Waffenhandel und Atomwaffen.

  1 / 3   Der Allgemeinmediziner Michael Schober war lange Zeit in Kriegs- und Krisengebieten im Einsatz – hier ein Bild aus Sambia.

Als das Arms Trade Treaty (ATT), das erste weltweite Abkommen zur Regulierung und Kontrolle des weltweiten Waffenhandels, ausverhandelt und 2014 beschlossen wurde, spielte der aus Wilhering stammende Allgemeinmediziner ebenfalls eine wichtige Rolle. Er war bei den Verhandlungen dabei, in New York hat er sogar bei einer UN-Konferenz mit Vertretern aller Mitgliedsstaaten über die medizinischen Folgen von Waffengewalt referiert. „Die Vermeidung von Krankheiten und Verletzungen ist viel wichtiger als deren Versorgung. Dafür ist Frieden die Basis und deshalb müssen wir vor allem den Waffenhandel kontrollieren“, begründet Michael Schober sein Engagement.

Auch wenn seine diplomatische Arbeit sehr langwierig sei und man oft Rückschläge hinnehmen müsse, brauche es ein Gegengewicht in der Politik zur zunehmenden weltweiten Aufrüstung, ist der Arzt überzeugt.

Gesundheit statt Militär

Zur Untermauerung seiner Friedensbotschaft, kann er harte Fakten und Zahlen vorweisen: „10 bis 15 Dollar kostet die Behandlung eines Malaria- oder Tuberkulose-Patienten in afrikanischen Ländern. Für eine Schussverletzung kommen im Durchschnitt 3.000 Dollar zusammen – davon könnten rund 200 Kinder vollkommen gegen die gefährlichsten Krankheiten immunisiert werden oder 70 Kinder ein Jahr lang die Grundschule besuchen. Auch mit dem Geld für Militärausgaben könnte man unglaublich viel für die Menschen leisten“, betont Schober. „Geld für Waffen ist leider immer da – dieses fehlt dann im Gesundheitsbereich oder in der Bildung.“ Gerade Bildung wäre aber wichtig, um Extremismus und Terrorismus zu verhindern.

Klimawandel ist Fluchtursache

Der verheiratete Vater einer kleinen Tochter setzt sich in seiner Funktion bei der IPPNW (International Physicians for the Prevention of Nuclear War) auch für den Klimaschutz ein. „Die Menschen in den ländlichen Regionen Afrikas sind angewiesen auf die Regenzeit. Wenn diese ausbleibt, ziehen die Leute in der Hoffnung auf Arbeit in die Städte, wo es dann oft zu Gewalt in den Slums kommt. Wir verursachen den Klimawandel und die Menschen in den ärmeren Ländern müssen mit den Folgen kämpfen.“

Indem man die Umwelt schützt, fair, regional und saisonal einkauft, generell die Konsumgesellschaft hinterfragt oder sein Geld bei Oiko Credit anlegt und damit an Menschen in Entwicklungs-Ländern verborgt, könne jeder seinen Beitrag zum Frieden leisten, ist Michael Schober überzeugt.

1700 Euro für Sambia

Während seines Aufenthalts in Sambia in Afrika hat Michael Schober die „City of hope“ kennengelernt. Damit ermöglicht der Orden der Salesianerinnen auch Kindern aus ärmeren Familien eine Schulbildung. Bei seinem Vortrag im Altenfeldner Pfarrsaal kamen 1.725 Euro Spende für dieses Projekt zusammen. Das Geld übergab das Team des Kath. Bildungswerks gleich an den Gemeindearzt.

http://www.ippnw.at

www.salesiansisterscityofhope.org


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