„Ich bin selbst sehr zuversichtlich, dass ich das schaffen werde“

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Alexander Kobler Alexander Kobler, Tips Redaktion, 10.12.2019 07:53 Uhr

ALTHEIM. Er war über Jahrzehnte eine der prägenden politischen Persönlichkeiten im Bezirk, Altheims langjähriger Bürgermeister Franz Weinberger. Seit 1991 ist er bereits im Amt und damit der längstdienende Bürgermeister des Bezirks. Im September dieses Jahres bekam er aber die Diagnose Krebs und muss deshalb derzeit kürzer treten. Im Gespräch mit Tips erzählt Weinberger, wie es ihm derzeit geht, wie seine Pläne für die Zukunft aussehen und warum er mit seiner Erkrankung so offen umgeht.

Tips: Herr Weinberger, die wahrscheinlich häufigste Frage, die Ihnen derzeit gestellt wird, gleich vorneweg, wie geht es Ihnen im Moment?

Franz Weinberger: Ich fühle mich körperlich soweit wohl und auch von der Psyche her habe ich alles bisher gut bewältigt. Selbstverständlich freue ich mich über den vielen Zuspruch und die Unterstützung von der Familie, den Freunden und der Bevölkerung, die ich seit meiner Diagnose erfahren habe. Ich bin auf jeden Fall selbst auch sehr zuversichtlich, dass ich das schaffen werde. Man muss die Erkrankung jetzt einfach annehmen und darf nicht damit hadern.

Tips: Woran sind Sie genau erkrankt?

Weinberger: Es fing Ende Juli und Anfang August an, als ich eine Verhärtung in meiner linken Hüfte gespürt habe. Nach einigen Voruntersuchungen habe ich schließlich am 5. September die Diagnose bekommen, dass ich drei sogenannte Sarkome, also Weichteiltumore, im Bauch habe, die alle bösartig sind. Rund eine Woche später folgte dann schon eine rund zehnstündige Operation, wo die Tumore entfernt wurden. In der Folge war auch ein Seitenausgang nötig, der bis Ende März bleiben soll. Aktuell habe ich im dreiwöchigen Rhythmus Chemotherapien, sechs davon sind voraussichtlich nötig, die ersten drei habe ich bereits hinter mir.

Tips: Wie sind Sie dann mit dieser Nachricht und der Krankheit umgegangen?

Weinberger: Ich habe das Ganze überhaupt nicht verheimlicht und zunächst natürlich erstmal die Familie und die engsten Angehörigen informiert. Danach habe ich meine Erkrankung auch gleich der Gemeinde und den Fraktionen mitgeteilt. Aktuell muss ich natürlich gezwungenerweise deutlich kürzer treten, ich bin aber auch weiterhin sehr gerne unter Leuten und besuche die eine oder andere Veranstaltung in Altheim. Ich habe die letzten 30 Jahre mein Leben viel in der Öffentlichkeit verbracht und das auch immer sehr geschätzt, denn es kommt auch viel von den Menschen zurück und ich mag diesen Dialog sehr.

Tips: Wie ist jetzt Ihr Plan für Ihr politisches Amt als Bürgermeister und die Zukunft?

Weinberger: Aktuell bin ich zwei- bis dreimal die Woche stundenweise in der Gemeinde und schätze auch die gute Zusammenarbeit mit dem neuen Vizebürgermeister Ferdinand Goldfried-Doringer und zuvor auch mit seinem Vorgänger Rudolf Wintersteiger. Die Arbeit war und ist für mich aber einfach in gewisser Weise auch ein Lebenselixier und Lebensinhalt und lenkt mich auch positiv ab, aber ich muss jetzt natürlich die Gesundheit erstmal an die erste Stelle setzen und das Ganze mit Maß und Ziel angehen, wenngleich ich gerne mehr machen würde und mich da selbst ein bisschen bremsen muss.

Tips: Inwieweit ändert so eine Krankheit auch die Prioritäten im Leben und die Sicht auf die Dinge?

Weinberger: Die Priorität eins ist jetzt einfach, dass man sich mit seinem Körper und seiner Gesundheit in Einklang bringt und einfach Dinge macht, die einem guttun, bei mir sind das beispielsweise Spaziergänge an der frischen Luft, wo ich wieder gut auftanken kann.

Tips: Ihr Plan ist es aber, auf jeden Fall nochmal in Ihr Amt als Bürgermeister zurückzukehren?

Weinberger: Ja, ich habe mir eigentlich schon vor meiner Erkrankung vorgenommen, das Amt noch bis 2021 und der nächsten Wahl auszuüben, dann wäre ich genau 30 Jahre Bürgermeister von Altheim und ich bin auch zuversichtlich, dass ich das im nächsten Jahr wieder vollumfänglich tun kann.

Tips: Können Sie nach den 28 Jahren als Bürgermeister schon eine Art Fazit über die politische Arbeit ziehen?

Weinberger: Man muss wie in jedem Beruf natürlich auch mit dem einen oder anderen Rückschlag rechnen, aber einfach versuchen, immer den größtmöglichen gemeinsamen Nenner für die Bevölkerung zu finden. Natürlich bin ich auch nach der langen Zeit auch weiterhin noch mit viel Begeisterung dabei.

Tips: Wieso haben Sie sich grundsätzlich dazu entschieden, so offen mit Ihrer Erkrankung umzugehen?

Weinberger: Das hängt auch viel mit meinem Menschsein zusammen, ich will jedem Menschen eine offene Antwort geben. Ich habe auch gemerkt, dass diese Art auch meiner Psyche und meinem Genesungsprozess sehr gut tut. Ich halte das als den viel besseren Weg als etwas verbergen zu wollen. Durch die Chemotherapie leide ich mittlerweile natürlich auch an Haarausfall, aber dann setze ich halt einfach eine Kappe auf, aber verstecke mich deshalb nicht.

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