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HAAG. Der Verein ent zu Förderung von Kunst und Kultur im ländlichen Raum freut sich mit der dritten Ausgabe ihres Schaufenster-Ausstellungsformats das Zentrum von Stadt Haag am Freitag, 17. November, um 19 Uhr erleuchten zu dürfen.

This is not a gallery. (Foto: Lena Lapschina)
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Da die Kunstwerke tagsüber nahezu unsichtbar sind, gibt die Ausstellung ein mittlerweile bekanntes Bild von Ortskernen wider. Die leeren Schaufenster füllen sich bei Dunkelheit mit Licht und können bis Jahresende täglich von 16 bis 24 Uhr besucht werden.

Interaktive Lichtarbeit

In den Frontauslagen befindet sich die interaktive Lichtarbeit „Transeuntibus“ des Atterseer Künstlers Gregor Göttfert und des Südtirolers Florian Kofler, die auf Geräusche reagiert und somit in Kontakt mit ihrer Umgebung tritt. Die Linzer Medienkünstlerin Marlene Reischl wird mit einer Teslaspule die Schaufenster zum Leuchten bringen, und der Beitrag der Wiener Künstlerin Lena Lapschina stellt die Frage aller Fragen: „Was ist das hier?“, um sie im nächsten Atemzug gleich selbst zu beantworten: „This is not a gallery!“. Die Eröffnungsperformance übernimmt Dawid Liftinger, der aus Köln anreist und sich ebenfalls mit Leuchtkörpern beschäftigt. Mit den veränderten Geräuschen von Leuchtstoffröhren entsteht so eine faszinierende Klang- und Lichtperformance.

Zur Ausstellung spricht Gerhard Funk

Die Einführung zu der Ausstellung wird Gerhard Funk, dem ehemaligen Leiter der Studienrichtung „Zeitbasierte und Interaktive Medienkunst“ an der Kunstuniversität Linz, übernehmen und im Gespräch mit den Künstlern die Hintergründe zu den Arbeiten beleuchten.

This is not a gallery!

Mit ihrer schnell hingefetzten Notiz “This is not a gallery!”, mit Rufzeichen und doppelt unterstrichen, stiftet Lena Lapschina Verwirrung im Schaufenster. Denn üblicherweise machen Auslagen Werbung für etwas, das ist, und nicht für etwas, das (angeblich) nicht ist. Dass der Hinweis, man habe es hier bitte sehr nicht mit einer Galerie zu tun, in grellbunter Leuchtschrift ausgeführt ist, treibt das Spiel mit Gewohnheiten und Wahrnehmungsmustern auf die Spitze. Passanten, die sich dem ent nähern, werden sich in Selbstgesprächen finden. Das hier ist keine Galerie. Was ist es dann? Was geht hier vor? Mit dieser Arbeit verweist Lena Lapschina auf die dekorativ-ästhetische Funktion des Glaskastens im Stadtraum – und auf die Leerstellen, die entstehen, wenn der Rhythmus der Geschäfte erst einmal gebrochen ist.

Transeuntibus

Als ein deutscher Kaiser einmal ein Kloster besuchte, sagte er zu dem Prior: „Ihr habt´s hier aber schön! Welch herrlicher Garten! Welch herrliches Refektorium!“ Und einer der Mönche erwiderte: „Ja – herrlich – transeuntibus!“ Was etwa heißt: Für die, die nur vorübergehen. (Schloss Gripsholm. Eine Sommergeschichte. Kurt Tucholsky, 1931) Gregor Göttferts Arbeit als Medienkünstler, in der neben interaktiven und installativen Arbeiten zunehmend auch performative Projekte eine Rolle spielen, ist die Auseinandersetzung und das Spiel mit den Eigenheiten und Charakteristika analoger und digitaler Technologien sowie den Unzulänglichkeiten der verwendeten Medien meist ein zentrales Element. Neben einer ästhetischen Herangehensweise gibt es in Göttferts Arbeiten oft eine starke konzeptionelle Komponente, manchmal spielt auch eine quasi medienarchäologische Auseinandersetzung mit theoretischen und technischen Hintergründen eine wichtige Rolle. Neben seiner künstlerischen Arbeit ist er auch als Medientechniker, als Hochschuldozent sowie als freiberuflicher Soft- und Hardwareentwickler tätig. Florian Koflers (geboren 1986 in Meran, Studium der Zeitbasierten Medien an der Universität für künstlerische Gestaltung Linz, seit 2011 mit Julia Gutweniger im Regieduo Villa Mondeo) aktueller Film Safety 123 wurde auf zahlreichen Festivals ausgezeichnet.

Field

„Field“ ist eine Lichtinstallation, die Leuchtstoffröhren und Tesla-Spulen kombiniert. Die Hochspannungsfelder der Spulen bringen die Röhren zum Leuchten, ganz ohne die Verwendung von Stromanschlüssen. Während sich die Spulen über die Skulptur bewegen, aktivieren ihre elektrischen Felder die Röhren und regen das eingeschlossene Gas dazu an, sanfte, fließende Lichtbewegungen zu erzeugen.

F18WT8 G13 865

F 18W T8 G13 865 ist eine zum Nachdenken anregende, konzentrierte, audiovisuelle Performance, die die Schnittmenge von Licht, Ton und Technologie erforscht. Durch den Einsatz modernster digitaler Schnittstellen, Software, Arduino und Relais manipuliert der Künstler eine Reihe von Leuchtstoffröhren und schaltet dynamisch ein und aus. Wenn die Röhren geschalten werden, erzeugen sie eine einzigartige Klanglandschaft, die mit Kontaktmikrofonen abgenommen und verstärkt wird, wodurch ein immersives und fesselndes Hörerlebnis für den Betrachter entsteht. Die Aufführung ist sorgfältig choreografiert, ein Zusammenspiel von Licht und Ton in Echtzeit um ein Gefühl von Spannung und Entspannung zu erzeugen. Am Höhepunkt des Stücks werden die Leuchtstoffröhren ausgeschaltet und signalisieren das Ende der Aufführung. Die Stille, die folgt, ist eine ergreifende Erinnerung an die Beziehung zwischen Licht und Ton und die Art und Weise, wie sie verwendet werden können, um ein immersives und fesselndes Erlebnis zu schaffen. Dawid Liftinger, geboren 1986, in Österreich, pendelt zwischen Linz/Österreich und Köln/Deutschland.In seiner künstlerischen Praxis erforscht er sensorische und synästhetische Zustände durch den Einsatz selbstgebauter Elektronik. Er nimmt die wesentlichen Eigenschaften von Licht und Ton und verwende sie in Installationen und Performances, um zweidimensionale Bilder in einen dreidimensionalen Raum zu bringen. Seine Arbeit sieht er in der Tradition des Expanded Cinema und bin beeinflusst von den Werken von Künstlern wie Tony Conrad, Paul Sharit und Brion Gyson.

Freitag, 17. November 2023
Verein ent (Bahnhofstraße 6)
Zeit: 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 18. November bis 31. Dezember

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