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AMSTETTEN. Die Primarärzte Bernhard Bacher und Rudolf Schwarz berichteten über die aktuelle Lage im Landesklinikum Amstetten.

Das Landesklinikum Amstetten (Foto: LK Amstetten)
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Primararzt Bernhard Bacher berichtete in einer Pressekonferenz, dass alle planbaren Operationen zugunsten der Covidpatienten auf der Intensivstation verschoben werden mussten. Die Betreuung von Covidpatienten sei mit einem sehr hohen pflegerischen Aufwand verbunden, aber noch können alle Patienten behandelt werden. Zur Absicherung gebe es eine Vereinbarung mit anderen Krankenhäusern, um gegebenenfalls Patienten verlegen zu können.

Das Personal müsse sich mitunter zusätzlich zu den pflegerischen Herausforderungen Diskussionen stellen, was sehr belastend sei.

Zum Zeitpunkt der Pressekonferenz waren zehn Covidpatienten in der Intensivstation, davon war eine Person geimpft.

Patienten immer jünger

Für Primararzt Bernhard Bacher ist es eine Tragödie, dass Covid­patienten immer jünger werden und Covid schon bei ganz jungen Leuten zu schweren Verläufen führt. Eine hohe Sterblichkeit gebe es nach schweren Verläufen durch die Delta-Variante: „Wir verlieren 40 Prozent der Patienten.“ Davon seien nicht nur Patienten mit Risiko-Faktoren betroffen. Auch Personen ohne Vorerkrankungen können von schweren Verläufen bis hin zum tödlichen Ausgang betroffen sein.

Impfung als einzige Chance

Die einzige Chance, aus dem Teufelskreis herauszukommen, ist für Bacher die Impfung. Die Anzahl der Antikörper zu ermitteln, sei nicht zielführend, da diese Zahl keine wirkliche Aussagekraft über den tatsächlichen Schutz habe.

Für die Impfung von Kindern

Primararzt Rudolf Schwarz antwortet mit einem „klaren Ja“ auf die Frage, ob man auch Kinder impfen solle. Auch bei Kindern können sich Komplikationen und schwere Verläufe einstellen. Bei Kindern könne die Krankheit viele Gesichter und viele Symptome haben. Die Sterblichkeit ist zwar mit 1:1000 deutlich geringer als bei Erwachsenen, aber Langzeitfolgen wie Long Covid oder das Post-­Covid-19-Syndrom können das restliche Leben bestehen bleiben, was zum Beispiel bei fünfjährigen Patienten besonders tragisch sei.

Infektionslast bei U15

Was die Infektionslast anbelangt, so habe sich die Pyramide auf den Kopf gestellt: Waren früher vor allem Erwachsene Überträger von Covid, so seien es jetzt die unter 15-Jährigen. Auch hier sei die Impfung der einzige Schutz.

Impfnebenwirkungen

Die üblichen Impfnebenwirkungen betreffen die ersten Tage, aber es gebe keine Langzeitnebenwirkungen, erklärt Bacher. „Ich kenne kein sichereres Medikament als diese Impfstoffe. Sie wurden weltweit milliardenfach verimpft und streng überwacht.“ Womit man rechnen müsse, sind regelmäßige Auffrischungsimpfungen, wobei man noch nicht sagen könne, wie groß der Abstand zwischen den Impfungen sein wird.

Kein Schnupfen

Allen, die meinen, Covid sei nur eine Art Schnupfen, sagt Bacher: „Wenn es nur ein Schnupfenvirus wäre, dann hätten wir niemanden auf der Intensivstation.“


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